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26.01.2017

07:59 Uhr

Volvo Cross Country

Ein wenig SUV, eine Prise Coupé

VonFrank G. Heide, Florian Hückelheim

Eine echt schräge Mischung, dieser Schwede: Halb SUV, halb Coupé, vier Türen wie eine Limousine, und vorne klassisch Volvo. Der S60 Cross Country ist nicht Volvos bestes Pferd im Stall, aber bestimmt das exotischste.

Selbst bei Steigungen, bei denen der Beifahrer gerne zum Haltegriff im Dachhimmel greift, verteilt der Allrader souveräne 440 Newtonmeter des Fünfzylinders sauber auf alle Räder. Eine Bergabfahrhilfe bremst bei abschüssigen Passagen selbstständig und sorgt für ein subjektiv sicheres Fahrgefühl. Florian Hückelheim

Durch Wald und Wiesen

Selbst bei Steigungen, bei denen der Beifahrer gerne zum Haltegriff im Dachhimmel greift, verteilt der Allrader souveräne 440 Newtonmeter des Fünfzylinders sauber auf alle Räder. Eine Bergabfahrhilfe bremst bei abschüssigen Passagen selbstständig und sorgt für ein subjektiv sicheres Fahrgefühl.

DüsseldorfZugegeben, es gibt modernere und wichtigere Modelle in der aktuellen Volvo-Palette als den S60 Cross Country. Doch uns hat an dem schrägen Typen gefallen, dass er einen wichtigen Trend mitmacht, und dabei viel weniger angeberisch wirkt, als viele seiner Konkurrenten: Den Trend zum Crossover, der SUV und Coupé kombiniert. Also höhergelegte City-Geländegänger, die nach hinten raus den Platz und die Übersicht zunichte machen, weil sie per Coupédach die Rückscheibe zum Sehschlitz degradieren. Im wahrsten Wortsinn aus dem normalen Verkehrsgeschehen herausragende Vertreter dieser Gattung sind BMW X6 und Mercedes-Benz GLE Coupé, weitere Namen werden wohl bald folgen.

Bei Volvo geht das Ganze auch eine Nummer kleiner, ohne mit der Mittelklasse den Rahmen einer Standard-Einzelgarage zu sprengen: Eben mit dem S60 Cross Country, den es auch als nutzwertigeren V60 Cross Country gibt. Auch BMW und Daimler bieten ihre Crossover mittlerweile in sozialverträglicheren Abmessungen an, als GLC Coupé und X4, den wir ebenfalls bereits getestet haben.

Das Auffallende am S60 Cross Country, der sich dank Allradantrieb auch für leichte Offroad-Ausflüge eignet: Es fällt nichts auf, vor allem nicht negativ. Das gefällt, denn es unterstreicht die rationalen, sachlich-kühlen Aspekte, die traditionsgemäß gut zum Markenanspruch passen.

Für einen kleinen Hauch Abenteuer sorgen lediglich eine Fahrwerkshöherlegung um einige Zentimeter und eine Offroad-Beplankung, die sich aber sehr dezent auf wenige Zentimeter silberfarben und dunkelgrauen Kunststoff an Front, Heck und den Kotflügeln beschränkt.

Vier Türen und Allradantrieb deuten an, warum Volvo das Modell beschreibt als „Limousine, die keine Straße braucht“. Uns erschien der Cross Country aber eher als Coupé, denn die zum Heck hin stark abfallende Dachlinie nötigt Passagiere zur ausgeprägten Verneigung vor dem Design: Wer keinen Bückling macht, um auf die hinteren Sitze zu kommen, wird die unnachgiebige Dachkante näher kennenlernen. Aber das ahnt man ja schon beim ersten Rundgang um das Auto, also alles wie erwartet.

Innen gefällt der S60 Cross Country wahrscheinlich etwas traditionelleren Volvo-Fans besser als den ganz modernen, die immer das Neueste vom Neuen brauchen. Unser Testwagen zeigte die in der vorigen Generation übliche Mittelkonsolen-Konstruktion, inklusive reichlich Knöpfe und Schalter, noch keinen Innenraum-dominierenden Mega-Touchscreen mit Tatschen und Wischen.

Die Ledersitze sind komfortabel und bieten ausreichend Seitenhalt. Materialauswahl und Verarbeitung tragen den Ansprüchen des Kunden im Segment „Mittelklasse“ Rechnung, es gibt aber keinerlei Besonderheiten. Bis auf die umfassende Sicherheitsausstattung, die bei Volvo Tradition hat. Florian Hückelheim

Es ist von Vorteil, wenn man Schwarz und Grau mag

Die Ledersitze sind komfortabel und bieten ausreichend Seitenhalt. Materialauswahl und Verarbeitung tragen den Ansprüchen des Kunden im Segment „Mittelklasse“ Rechnung, es gibt aber keinerlei Besonderheiten. Bis auf die umfassende Sicherheitsausstattung, die bei Volvo Tradition hat.

Von Vorteil ist das Althergebrachte im Winter, denn wie (früher) üblich in schwedischen Autos, kann man die Handschuhe anbehalten und trotzdem alles einwandfrei bedienen. Nachdem man sich in das nicht gerade intuitive Bediensystem eingearbeitet hat.

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