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20.09.2016

11:42 Uhr

Volvo S40 als Gebrauchter

Defekte Zündschlösser, kaputte Lichtmaschinen, marode Turbolader

Quelle:dpa

Der Volvo S40 stammt aus einer Episode des schwedischen Herstellers, die dieser nicht in guter Erinnerung hat. Unter der Ägide des US-Riesen Ford lief nicht alles zum Besten.

Der Volvo S40 und sein Kombi-Pendant V50 zeigen sich als Gebrauchte nicht perfekt, bekommen aber zufriedenstellende Noten von den Prüf- und Pannenexperten. PR

Volvo S40

Der Volvo S40 und sein Kombi-Pendant V50 zeigen sich als Gebrauchte nicht perfekt, bekommen aber zufriedenstellende Noten von den Prüf- und Pannenexperten.

Das Modell der unteren Mittelklasse entstand unter der Regie von Ford, der US-Hersteller hatte die schwedische Marke 1999 gekauft. Der S40 (Typ M) kam 2004 als Neuauflage des zwischen 1995 und 2000 gefertigten S40 (Typ V) auf den Markt. Er wurde wie seine Kombivariante V50 bis 2012 gebaut. Er füllte die Lücke zwischen der „Schneewittchensarg”-Neuauflage, dem C30, und dem S60. Die Plattform wurde zusammen mit Ford entwickelt. Sie diente etwa auch dem Focus.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) ist das Ergebnis zufriedenstellend. Der „TÜV-Report 2016” moniert über den Durchschnitt ansteigende Mängelquoten an den Radaufhängungen ab der zweiten HU im Fahrzeugalter von fünf Jahren. Auch die Qualität der Antriebswelle lässt zu wünschen übrig.

Die Abgasuntersuchung (AU) bestehen viele Modelle ab dem fünften Jahr nicht auf Anhieb. Offenbar aber berappelt sich das Modell im Alter wieder: Denn bei der dritten HU liegen die Mängelquoten wieder unter dem Durchschnitt aller getesteten Fahrzeuge in der Klasse.

Zwar taucht der S40 in der ADAC-Pannenstatistik aufgrund geringer Zulassungszahlen nie auf, einen Eindruck hat er beim Autoclub aber dennoch hinterlassen. Dieser hat als Schwerpunkte defekte Zündschlösser bei Fahrzeugen von 2004, kaputte Lichtmaschinen (2006) und marode Turbolader (2008 bis 2010) ausgemacht.

Allerdings gab es bislang acht Rückrufe. Die meisten Autos waren 2010 betroffen, als 15.545 Fahrzeuge der Bauzeit 2006 bis 2010 zurück in die Werkstätten mussten, weil Probleme mit Dieselpartikelfiltern zu hoher Motorölverdünnung und damit Motorschäden führen konnte.

Eine Modellpflege brachte 2007 optische Veränderungen an Front und Heck sowie FlexiFuel-Motoren, die sowohl mit Benzin oder Bio-Ethanol betrieben werden können. Sie kommen im S40 auf 92 kW/125 PS bis 107 kW/145 PS. Die reinen Benziner bringen es auf 74 kW/100 PS bis 169 kW/230 PS. Dieselseits ist eine Leistungsspanne von 80 kW/109 PS bis 132 kW/180 PS zu verzeichnen. Zum Einsatz kommen Reihenmotoren mit vier und fünf Zylindern mit Hubräumen zwischen 1,6 und 2,5 Litern.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt am günstigsten gehandelt wird nach Angaben der Schwacke-Liste im Durchschnitt ein S40 1.6D mit 81 kW/110 PS starkem 1,6-Liter-Vierzylinder vom Baujahr 2004. Bei einer statistisch ermittelten Laufleistung von 202.800 Kilometern kostet der 3050 Euro.

Mit noch 15.000 Euro ist ein S40 DPF D4 R-Design Pro Edition von 2012 mit 130 kW/177 PS mit Zweiliter-Fünfzylinder gelistet (78.000 Kilometer). Noch 9200 Euro kostet so ein S40 2.0 FlexiFuel Summum mit 107 kW/145 PS von 2009 (91.200 Kilometer). Als 169 kW/230 PS starker Benziner von 2012 kostet der S40 T5 Geartronic R-Design Pro Edition etwa 16.400 Euro (55.200 Kilometer).

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