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17.01.2013

13:51 Uhr

Volvo V40 im Handelsblatt-Autotest

Das erste Auto für Fußgänger

VonSebastian Schaal

In modernen Autos sind die Insassen bestens geschützt. Eine Armada an elektronischen Schutzengeln wiegt den Fahrer in Sicherheit. Volvo geht mit dem V40 einen Schritt weiter: Er schützt auch Fußgänger mit einem Airbag.

Der V40 ist ein Hoffnungsträger für Volvo. Er soll nicht weniger als drei Baureihen auf einmal ersetzen. Sebastian Schaal

Der V40 ist ein Hoffnungsträger für Volvo. Er soll nicht weniger als drei Baureihen auf einmal ersetzen.

DüsseldorfFreitag Abend, der Weg von der Redaktion nach Hause. Draußen ist es dunkel und regnet in Strömen, die Autobahn ist im Berufsverkehr vollgestopft. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um ein neues Auto kennen zu lernen. Erst recht nicht, wenn es sich um einen Wagen wie den neuen Volvo V40 handelt, der mit seiner Armada an elektronischen Schutzengeln an allen Ecken und Enden piepst und blinkt.

Doch alle Systeme greifen nur dezent ein, alles wirkt sehr gut aufeinander abgestimmt. So wundert es den Fahrer kaum, wenn bei zu dichtem Auffahren plötzlich der Abstandswarner in der Frontscheibe leuchtet oder das Auto beim versuchten Spurwechsel - zugegeben, ich habe nicht geblinkt - gegenlenkt und den Wagen in der Spur halten will. Bereits nach wenigen Kilometern wird klar, dass die Entwickler viel Erfahrung haben und ihr Handwerk seit Jahren verstehen.

Kein Wunder, schließlich hat sich Volvo nicht nur als Erfinder des Dreipunkt-Gurts seinen Ruf als Vorreiter beim Thema Sicherheit erarbeitet. Dennoch wissen die Schweden unter chinesischer Führung, dass man sich keinesfalls auf seinen Lorbeeren ausruhen darf, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Deshalb feiert im neuen V40 ein bisher einzigartiges Sicherheits-Feature Premiere: der Fußgänger-Airbag. Bei einem Unfall hebt sich die Motorhaube hinten leicht an und ein Luftsack polstert Teile der Windschutzscheibe und vor allem die Stahl-Holme der A-Säule. Sehen Sie uns bitte nach, dass wir dieses System in unserem Test nicht ausprobiert haben.

Die entscheidenden Fragen und Antworten zum V40

Alltagstauglich?

Obwohl der V40 einen Golf um rund zwölf Zentimeter überragt, geht er noch locker als klassisches Kompaktauto durch. Soll heißen soviel Platz, dass bequem vier Erwachsene mitfahren können, der Wocheneinkauf in den Kofferraum passt und das Auto bei einer normalen Innenstadt-Parklücke nicht an seine Grenzen stößt. Nur nach hinten etwas unübersichtlich.

Das schönste Detail?

Die voll beleuchtete Schaltkulisse rund um den Automatik-Wählhebel. Sieht schick aus, hilft in der Nacht und in der schlecht beleuchteten Tiefgarage. Die 30 Euro Aufpreis sind gut investiert, wenn man sich für das Automatikgetriebe entscheidet.

Enttäuschend?

Wenn ich die Tacho-Grafik etwas umständlich über die Tasten am linken Lenkstockhebel auf „Sport“ gestellt habe, heißt das noch lange nicht, dass der Wagen auch im „Sport“-Modus ist. Dazu muss ich erst den Umweg über das nächste Menü im Navidisplay gehen, denn eine eigene Taste hat der „Sport“-Modus nicht bekommen.

Ist er`s wert?

Der Grundpreis für den 150-PS-Benziner liegt bei rund 25.000 Euro, den 177 PS starken Diesel gibt es ab 29.000 Euro. Dafür gibt es bereits einiges an Ausstattung. Für die vielen Sicherheitsfeatures und Komfort-Extras wird nochmal eine ansehnliche Summe fällig, unser Testwagen kommt auf über 40.000 Euro. Dafür gibt es einen Premium-Kompaktwagen, der in Deutschland aber nicht den Ruf eines 1er BMWs oder eines Audi A3 genießt.

Sound?

Akustisch hält sich der Diesel angenehm zurück. Bei Vollgas klingt der Fünfzylinder aber etwas kerniger als ein Vierzylinder-Diesel.

Wie grün ist das Auto?

Rekordverdächtig ist der Verbrauch des 177-PS-Diesel mit 5,7 Litern nicht, geht aber in Ordnung. Wer sparen will, greift besser zu dem D2 genannten Diesel mit 115 PS.

Vorbildlich?

Die aktive und passive Sicherheit. Volvo wird hier seinem Ruf gerecht. Bei dem V40 sticht da natürlich der Fußgänger-Airbag heraus, den es in dieser Form derzeit bei keinem anderen Auto gibt.

Was sagt der Nachbar?

Er erzählt mir, dass einer meiner Vormieter wohl auch einen Volvo hatte. Aber ein älteres Modell, auf das der Spitzname „Schwedenpanzer“ noch voll zutraf. Er ist erstaunt, wie dynamisch und elegant ein Volvo inzwischen aussehen kann.

Wer guckt?

Wenige. Auf der Straße fällt ein V40 kaum auf, was auch an seinen vornehmlich dezenten Farben liegen mag. In dem knalligen Blau, das Volvo auch anbietet, sieht das sicher anders aus.

Wie fährt er sich?

Vollkommen unaufgeregt. Im Alltag zurückhaltend und sparsam, trotzdem macht der V40 auf der Landstraße Spaß. Die Automatik schaltet meist passend zum Fahrstil.

Wo gehört er hin?

Letztendlich passt der V40 überall hin – ein Alleskönner der Kompaktklasse eben. Nicht zu groß für die Stadt, handlich auf der Landstraße, trotzdem taugt er mit seinem kräftigen Diesel auch für die Langstrecke.

Der V40 ist für Volvo aber nicht nur als Technologieträger wichtig. In Göteborg setzen die Verantwortlichen große Hoffnungen in den V40, schließlich soll er gleich drei Baureihen ersetzen. Zum einen den nur als Dreitürer erhältlichen Kompaktwagen C30 mit dem auffälligen Heck, die Limousine S40 sowie den dazugehörigen Kombi V50. Und dabei trotz des Spagats zwischen Kompakt- und Mittelklasse doch ein typischer Volvo bleiben.

Bei der Optik ist das den Designern gelungen. Die Front ist dem größeren V60 wie aus dem Gesicht geschnitten, nur wenige Details unterscheiden sich. Am Heck zeigen die aufrecht stehenden Rückleuchten mit dem markentypischen Knick sofort, dass es sich hier um einen Volvo handelt. Manche finden die Ähnlichkeit zum größeren Bruder langweilig, andere loben das zeitlos elegante Design.

Sehen Sie uns bitte nach, dass wir den Fußgänger-Airbag nicht ausprobiert haben, obwohl wir ihn lobend erwähnen. Im Falle eines Unfalles hebt sich die Motorhaube leicht an und der Airbag entfaltet sich über der Scheibe und vor allem den Holmen der A-Säule. Sebastian Schaal

Sehen Sie uns bitte nach, dass wir den Fußgänger-Airbag nicht ausprobiert haben, obwohl wir ihn lobend erwähnen. Im Falle eines Unfalles hebt sich die Motorhaube leicht an und der Airbag entfaltet sich über der Scheibe und vor allem den Holmen der A-Säule.

Kommentare (1)

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elchfahrer

18.01.2013, 09:38 Uhr

Das ist doch mal ein ausgewogener Test. Ist man in einem deutschsprachigen Printmedium gar nicht gewohnt...

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