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01.01.2013

12:16 Uhr

VV Eco Up

Sparzwerg mit Erdgasantrieb

Quelle:MID

Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb hat es auf Platz eins der Auto-Umwelt-Liste beim Verkehrs Club Deutschland (VDC) gebracht, und zwar vor den Hybriden aus Japan. Er ist ein Sparer, aber kein Sprinter.

Von seinen Benzin-Brüdern kaum zu unterscheiden: Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb. PR

Von seinen Benzin-Brüdern kaum zu unterscheiden: Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb.

BerlinDer VW Eco Up mit Erdgasantrieb hat es auf Platz eins der Auto-Umwelt-Liste beim Verkehrs Club Deutschland (VCD) gebracht, und zwar vor den Hybriden aus Japan. Seit kurzem hat VW ihn im Angebot und nun kann er in der Praxis zeigen, ob er hält, was das Listen-Rang verspricht.

Erdgas ist generell umweltfreundlich, weil es weniger Kohlenstoff als Benzin oder Diesel enthält und schon deshalb nicht so viel CO2 freisetzt. Außerdem kostet Erdgas nach wie vor nur die Hälfte von Benzin, weil der niedrige Steuersatz für Gas bis 2018 festgeschrieben ist. Dazu kommt, dass sich normale Benzinmotoren mit überschaubarem Aufwand für den Betrieb mit Erdgas umrüsten lassen. Man kann sie sogar mit dem chemisch ähnlichem Biogas auf Methan-Basis betreiben. Das setzt nur so viel CO2 frei, wie es die Pflanzen beim Wachstum aufgenommen haben. Das an den deutschen Tankstellen angebotene Erdgas enthält bereits 13 Prozent an Biogas, gewonnen aus Gülle, Mist und anderen Abfällen.

Schade, dass die ersten mit Erdgas betriebenen Pkw-Motoren so lahm waren. Das hatte seinen Grund: Das in den Ansaugstrom geblasene Erdgas verdrängt die gleiche Menge Luft, so dass nicht genug Sauerstoff im Brennraum ankommt. Das begrenzt die Motorleistung. Ausgleichen kann man das durch Aufladung. So lassen Erdgas-Turbomotoren solche Schwächen vergessen. Ein Ausgleich lässt sich auch durch hohe Verdichtung schaffen. Sie ist möglich, weil Erdgas klopffester ist als Benzin. Diesen Weg geht VW am 0,9-l-Dreizylinder Saugmotor des Eco Up.

Nur der Schriftzug auf der Heckklappe unterscheidet die Benzin-Brüdern äußerlich. Die Anzeige an der Instrumententafel macht allerdings die zwei Kraftstoffsorten deutlich: Neben 11 Kilogramm Erdgas in zwei Unterflurflaschen (unter Druck von 200 bar) sind es 10 Liter Benzin, auf die der Fronttriebler umschaltet, wenn das Erdgas zur Neige geht. Bis zehn Grad Minus springt der Motor mit Erdgas an, darunter startet er mit Benzin.

Beim Tritt aufs Gaspedal legt sich der Kleine ins Zeug, der Motor läuft rund und ruhig. Beim Halt an der ersten Ampel stellt ihn das Start-Stopp-System kurzzeitig ab. Er springt problemlos wieder an und beschleunigt willig. Beim Hochdrehen klingt er etwas härter als ein reiner Benziner, was an der von 10,5:1 auf 11,5:1 erhöhten Verdichtung liegt. Der Unterschied bleibt jedoch in Grenzen und auf der Autobahn geht es dann bis Tempo 164. Nur in der Beschleunigung fällt er etwas ab. Das liegt weniger an der Zugkraft als am hohen Gewicht, denn mit seinen Gasflaschen ist der Wagen genau 131 Kilogramm schwerer als ein Benziner. Doch der Unterschied ist minimal und die Zugkraft reicht für sicheres Überholen.

Nach der Testfahrt auf einem Rundkurs mit 10 Prozent Stadt-, 40 Prozent Landstraßen- und 50 Prozent Autobahnbetrieb beträgt der Verbrauch genau 4,3 kg Erdgas pro 100 Kilometer. Das liegt zwar über dem Normwert von 2,9 kg. Dennoch unterbietet der kleine VW die Sprit-Kosten erheblich. Bei Erdgas betragen sie 4,12 Euro pro 100 Kilometer, beim Benziner mit einem Verbrauch von 6,2 Liter Super würden sie auf 9,90 Euro steigen. So hat der Besitzer eines VW Eco Up den höheren Anschaffungspreis zum Benziner mit 60 PS von etwa 1 525 Euro nach 27 000 Kilometern wieder hereingefahren und dabei die Umwelt um 435 Kilogramm CO2 entlastet.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

VW engagiert sich mit gutem Grund für Erdgas. Dank des geringeren CO2-Ausstoßes um 16 Gramm pro Kilometer sinkt mit jedem verkauften Eco Up der Verbrauch der gesamten Flotte. Und ehe die Elektroautos so richtig in Schwung kommen, könnten ihnen das Erdgas den Rang ablaufen.

Technische Daten VW Eco Up

Viersitziger Kleinstwagen
Länge: 3,54 m
Breite: 1,65 m
Höhe: 1,49 m
Radstand: 2,42 m
Leergewicht: 1.031 Kilo
Gepäckraum: 213 Liter
Motor: 0,9-l-Dreizylinder-Erdgasmotor
Leistung: 50 kW / 68 PS
max. Drehmoment: 90 Newtonmeter bei 3.000 - 4.300 U/min
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 16,3 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 164 km/h
Normverbrauch: 2,9 kg Erdgas/ 100 km
CO2-Ausstoß: 79 g/km
Preis: ab 12.950 Euro

Kommentare (8)

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ThomasWilk@me.com

01.01.2013, 12:51 Uhr

Man fragt sich, wieso Volkswagen den Spritverbrauch eines Mini-Autos optimiert, nicht aber die den Spritverbrauch der fetten Modelle, bei denen tatsächlich was zu verbessern wäre. Kopfschütteln!

ThomasWilk

01.01.2013, 12:53 Uhr

Man fragt sich, wieso Volkswagen den Spritverbrauch eines Mini-Autos optimiert, nicht aber die den Spritverbrauch der fetten Modelle, bei denen tatsächlich was zu verbessern wäre. Kopfschütteln!

WarteAufBrauchbaresElektro

01.01.2013, 17:15 Uhr

Warum sollte ich so ein Mikroauto kaufen wollen, auch wenn es noch so eine bedeutungslose Liste anführt? Wo lad ich da meinen Einkauf rein? Kann man ja noch nicht mal 'ne kleine Palette reinstellen. Wenn es nur um die Personen-Fortbewegung geht, dann reicht auch ein Südwester mit Elektrofahrrad und wasserdichtem Rucksack, was insgesamt zig tausend Euro billiger kommt.

Die VW Gruppe zeichnet sich vor allem durch eins aus: schlechtes strategisches und fehlendes kundenorientiertes Denken. Wer will denn noch an die Tankstelle? Wo bleibt Elektro mit 250km Reichweite?

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