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29.02.2016

09:09 Uhr

VW Caddy Bluemotion im Test

Sparsamkeit, die man hören kann

VonHolger Holzer
Quelle:Spotpress

Wer sparen will, muss Verzicht üben können. Das gilt auch beim Kauf des Caddy in der verbrauchsoptimierten Bluemotion-Variante. Der Hochdachkombi macht es einem nicht in jeder Beziehung leicht mit dem Willen zum ressourcenschonenden Leben.

Mit ihrem Labor-Verbrauchswert von 4,2 Liter Diesel ist die Bluemotion-Variante die sparsamste in der Modellfamilie VW

Dank Leichtlaufreifen, Start-Stopp-Technik und windschnittig tiefer gelegter Karosserie

Mit ihrem Labor-Verbrauchswert von 4,2 Liter Diesel ist die Bluemotion-Variante die sparsamste in der Modellfamilie

Hochdachkombis wie der VW Caddy sind die Spar-Alternative zum Kompakt-Van. Was läge da für Familien mit überschaubarem Budget näher, als den Hochdachkombi auch gleich in der Spritsparversion zu ordern? Vor allem, wenn die verbrauchshemmende Zusatztechnik nur 200 Euro Aufpreis kostet.

Mit ihrem Labor-Verbrauchswert von 4,2 Litern Diesel ist die Bluemotion-Variante des Caddy dank Leichtlaufreifen, Start-Stopp-Technik und windschnittig tiefer gelegter Karosserie mit Abstand die sparsamste in der Caddy-Familie. Der auf Genügsamkeit ausgelegte 2,0-Liter-Diesel mit 75 kW/102 PS nimmt der zweitsparsamsten Ausführung mit gleichem Grundmotor 0,4 Liter auf 100 Kilometern ab. Theoretisch lohnt sich der Aufpreis bereits nach rund 20.000 Kilometern Fahrt – vorausgesetzt, der Bluemotion-Caddy distanziert das Standardmodell auch in der Praxis um einen ähnlichen Wert.

Damit das zumindest potentiell gelingt, nutzt das verbrauchsoptimierte Modell neben den offensichtlichen Sparhelfern wie Start-Stopp-System und Leichtlaufreifen eine spezielle Motorsteuerungs-Software. Und die verträgt nur ein vergleichsweise geringes Fahrzeuggewicht, weshalb schwere Ausstattungs-Extras für den Bluemotion tabu sind. Daher wird der Spar-Caddy generell nur in den zwei niedrigsten der insgesamt vier Ausstattungslinien angeboten.

Und auch bei der Zahl der Optionen wird gespart: Einen verlängerten Radstand und sieben Sitzplätze gibt es ebenso wenig wie große Leichtmetallräder oder ein Doppelkupplungsgetriebe. Unterm Strich lässt sich die gekürzte Optionsliste aber leichter verschmerzen als vielleicht bei einem Golf. Der Kompakte bietet von Haus aus deutlich mehr aufpreispflichtige Extras - entsprechend mehr fehlen dann natürlich beim Bluemotion-Modell.

Bei Hochdachkombis wie dem Caddy sind die Ansprüche aber generell niedriger als bei normalen Pkw. Der zum Familienmobil umgearbeitete Kleintransporter ist genau wie seine Konkurrenten Renault Kangoo, Citroen Berlingo oder Opel Combo bewusst eine günstige Alternative zu richtigen Kompakt-Vans. Das Nutzfahrzeug-Erbgut merkt man in dieser Klasse üblicherweise nicht nur an der kurzen Optionsliste und der generell eher robusten Innenraumgestaltung, sondern auch am Fahrverhalten.

Doch da kann der Caddy überzeugen – vor allem in der Bluemotion-Variante mit dem tiefer gelegten Fahrwerk. Der hohe Kastenaufbau gibt durch den niedrigeren Schwerpunkt weniger Angriffsfläche für Fliehkräfte, so dass der Caddy satter auf der Straße liegt als viele Konkurrenten. Lediglich bei schnell wechselnden Kurven schaukelt sich die Karosse mit der starren Hinterachse unangenehm auf – aber der VW will ja auch kein Sportwagen sein.

Das Cockpit ist zweckmäßig und sehr gut verarbeitet VW

Blick in den Innenraum

Das Caddy-Cockpit ist zweckmäßig und sehr gut verarbeitet

Das wäre auch akustisch schwierig, ist doch der im Bluemotion-Caddy obligatorische Dieselmotor ständig im Innenraum präsent. Nicht so sehr aufgrund eines besonders rauen Laufs – vielmehr, weil die Abstufung des manuellen Fünfgang-Getriebe den zwei Liter großen Vierzylinder ständig in den niedrigen Drehzahlbereich zwingt. Das ist zwar gut für den Verbrauch, führt aber auch zu ständigem untertourigem Dröhnen.

Bei Golf oder Passat fällt das aufgrund der guten Dämmung weniger auf, bei dem simpler abgeschirmten Caddy führt das zu einer auf Dauer störenden Geräuschkulisse. In der Folge tendiert man zu einem längeren Ausdrehen der Gänge, was dann den Spritspareffekt des Getriebes konterkariert. Tatsächlich ist der Verbrauch im Testschnitt mit gut sechs Litern kein Traumwert. Gerade auf der Autobahn tendiert der hochbauende Caddy trotz Aerodynamik-Optimierung und Leichtlaufreifen zum Schluckspecht. In der Stadt hingegen zeigt er sich durchaus genügsam. Dort würde sich aber wohl auch die Standardversion ordentlich schlagen.

Test: VW Caddy Bluemotion - Sparsamkeit, die man hören kann VW

Man hört ihn sparen

Caddy Bluemotion: Der obligatorische Dieselmotor ist permanent im Innenraum präsent, weil die Abstufung des manuellen Fünfgang-Getriebe den zwei Liter großen Vierzylinder ständig in den niedrigen Drehzahlbereich zwingt.

Der durchschnittliche Privatkunde dürfte von der Wahl der Bluemotion-Variante wenige Vorteile haben. Er schränkt sich bei der Wahl der Ausstattungslinien und Optionen unnötig ein und muss sich mit den Akustik-Effekten der tendenziell untertourigen Fahrweise rumschlagen. Auf der Haben-Seite gibt es im Ausgleich lediglich einen mehr oder weniger signifikanten, auch von der Fahrweise abhängigen, Minderverbrauch.

Dessen genaue Höhe lässt sich für den individuellen Fall ohne direkten Vergleich kaum ermitteln. Interessanter ist der Spar-Caddy für Unternehmen, die ihre Firmenwagenflotte nach CO2-Gesichtspunkten auswählen. In dieser Beziehung hängt das Bluemotion-Modell mit 109 Gramm den nächstsparsamen Diesel um stolze zehn Gramm ab.

Der Hochdachkombi bietet viel Platz für überschaubares Geld VW

VW Caddy

Der Hochdachkombi bietet viel Platz für überschaubares Geld

Technische Daten VW Caddy Bluemotion: Länge: 4,41 Meter, Breite: 1,79 Meter (2,07 Meter mit Außenspiegeln), Höhe: 1,82 Meter, Radstand: 2,68 Meter, Kofferraumvolumen: 750 bis 3.020 Liter. Motor: 2,0-Liter-TDi, 75 kW/102 PS, Fünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.300 – 2.800 U/min, Vmax: 172 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 12,9 Sek., Normverbrauch: 4,2 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 109 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A, Testverbrauch 6,0 Liter, Preis: ab 22.140 Euro.
Kurzcharakteristik:
Warum: weil beim Spritsparen auch Kleinvieh Mist macht.
Warum nicht: weil es sich in diesem Fall wohl kaum um viel Mist handeln dürfte.
Was sonst: VW Caddy mit gleichen Motor als „Bluemotion Technology“-Modell.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.02.2016, 17:15 Uhr

Audi-Chef Rupert Stadler will die Dieselkrise der Mutter VW abhaken und eine neue Ära einläuten. Im Interview spricht er über die Lage in den USA, den Kampf gegen BMW und Daimler sowie über den Druck, den Konzern zu verändern.

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LACHPLATTE VON HERR STADLER !

Ich war 20 Jahre lang Produktionsmitarbeiter im Hause AUDI AG...

und habe all die ganze Jahre moniert wie Werksintern falsche Entscheidungen von den oberen Etagen her entschieden und auch noch ausgeführt wurden.

Sogar eine Werkshalle ohne Damen-Toiletten wurde in neckarsulm an dem Tag gebracht und erst bei Produktionsanlauf fragten die Frauen wo diese auf Toilette gehen sollten...was dann schnell zu Umbau und erweiterungs maßnahmen führte.

WER REKLAMIERT GILT ALS REBELL UND WIRD GEMOBBT !

Dann aber nach fünf Jahren nachdem ich nun AUDI AG verlassen habe da ist nicht nur die AUDI AG sondern alle an VW angeschlossene Autohersteller und damit selbst der Produktionssrandort " MADE IN GERMANY " IN LEIDENSCHAFT GEZOGEN !!!

DIE GANZE DEUTSCHE NATION...darunter auch BMW und DAIMLER stehen WELTWEIT GESCHWÄCHT DA WEIL MAN DOCH NOCH MEHR REBELLEN HÄTTE BENÖTIGT UND DIESES NICHT NUR AN EINEM ARBEITSPLATZ !

Im Internet ist zu lesen dass VW mit der Stunde der Wahrheit begonnen hat ?

Dann gehört die Wahrheit Groß geschrieben :

" VW ist NICHT VW...SONDERN PORSCHE ! "

Weil über 52% der VW-AKTIEN gehören an PORSCHE !

und mehr als 95% der AKTIEN VON AUDI AG GEHÖREN VW !

Also ist die Manipulierung und Diktatur in eine und die gleiche Adresse zu finden !

Von der IG METALL bekommen Arbeiter bei der AUDI AG in NECKARSULM GESAGT :

" SEI FROH DASS ARBEIT HAST ! "



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