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25.05.2013

08:58 Uhr

VW Golf als Gebrauchtwagen

Nummer 6 lebt

Quelle:dpa

An ihm müssen sich alle Kompakten messen: Der VW Golf gibt in diesem Segment den Ton an. Auch als Gebrauchter zeigt sich das Wolfsburger Erfolgsmodell verlässlich. Besonders überzeugt die sechste Auflage.

VW Golf GTI (2008) dpa

VW Golf GTI (2008)

BerlinDer Golf von Volkswagen ist seit Jahren das in Deutschland meistverkaufte Neuwagenmodell. Er gilt als Platzhirsch unter den Kompaktwagen, dieses Segment wird deshalb oft auch Golf-Klasse genannt. Alle Konkurrenten von Ford Focus über Kia Cee'd bis Opel Astra müssen sich an ihm messen. Das schürt die Erwartungen an Neuwagen und Gebrauchte. Und tatsächlich: Selbst mit ein paar Jahren auf dem Buckel stellt der VW Golf seine Halter zufrieden.

Schon die fünfte Generation des Wolfsburger Erfolgsmodells überzeugte. Die im vergangenen Herbst abgelöste sechste Auflage aber ist nach Auskunft des ADAC noch besser und landet in der Pannenstatistik des Clubs im vorderen Drittel der Kompaktklasse.

Zu den wenigen bekannten Mängeln zählen defekte Kraftstoffpumpen bei bis 2009 gefertigten Exemplaren mit Benzinmotor oder defekte Zündkerzen im gleichen Zeitraum. Ansonsten machten eigentlich nur die Anlasser Ärger - bis 2010 wegen Eisbildung im Magnetschalter. VW reagierte und verbesserte die Abdichtungen.

Das positive Bild des Golf wird allerdings durch einige Rückrufaktionen getrübt: Ende 2010 mussten zum Beispiel Exemplare mit 1.4 TSI-Motor wegen Softwarefehlern in der Motorsteuerung in die Werkstatt. Betroffene Fahrzeuge wurden repariert, was im Serviceheft durch den Aktions-Code "24S4" nachvollzogen werden kann. Ein Jahr zuvor wurden Fahrzeuge mit fehlerhafter Automatikgetriebesoftware zurückgerufen (Reparatur-Code "37E2").

1974 ging der erste Golf in den Verkauf, die sechste Auflage erschien 2008. Neben der klassischen Karosserieform als Steilheck mit drei und fünf Türen gibt es das Erfolgsmodell als Kombi (Variant), Golf Plus mit Van-Anleihen und als Cabrio. Im Herbst 2012 folgte Auflage Nummer sieben.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Die Auswahl an Motoren ist groß, wie man es bei einem so erfolgreichen Auto erwarten darf. Bei den Benzinern geht es mit einem 59 kW/80 PS starken Vierzylinder los und hört beim 2,0-Liter-Turbo mit 199 kW/270 PS im Golf R auf. Die Dieselmodelle kommen je nach Baujahr und Karosserieform auf 77 kW/105 PS bis 125 kW/170 PS. 2009 wurde eine auf den Betrieb mit Autogas und Benzin ausgelegte BiFuel-Variante ins Programm genommen, die 75 kW/102 PS abgibt.

Das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist selbstredend üppig. Wer die Suche nach einem Golf VI auf Online-Marktplätzen nicht stark einschränkt, verliert schnell den Überblick. Richtpreise für einzelne Versionen gibt die Schwacke-Liste: Für einen Golf 1.4 TSI Comfortline von 2008 mit 90 kW/122 PS und einer Laufleistung von durchschnittlich 60.000 Kilometern müssen demnach noch rund 11.600 Euro eingeplant werden.

Ein Golf Variant 1.6 TDI DPF Highline von 2011 mit 77 kW/105 PS kostet noch etwa 15.250 Euro (44.850 Kilometer), ein Golf Plus 1.6 BiFuel von 2010 rund 13.400 Euro (43.200 Kilometer). Für das Golf VI Cabrio mit 77 kW/105 PS von 2011 werden um die 16.700 Euro fällig (24 000 Kilometer).

Kommentare (1)

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realist

26.05.2013, 11:31 Uhr

.......dieser Autohersteller ist wohl eine Besonderheit. Wieso? Nun, dort oben sitzen noch wirkliche Ingenieure, ich wiederhole wirklich Ingenieure, die es darauf abzielen, gute Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Natürlich gibt es auch in diesem Laden Reklamationen. Bei soviel Technik der verschiedensten Gattungen eine Selbstverständlichkeit. Und diese Reklamationen, sollten nur als mahnende Anmerkung konzielliant für den Kunden abgewickelt werden. Ansonsten ist VW in der sauberen Verarbeitung, der zeitgemäßen Technik auf der Höhe der Zeit. Ich habe 50 Jahre Mercedes Benz gefahren und mich verabschiedet. Warum? Nun dieser Laden ist nicht mehr der, der er einstmals war. Dort regieren Nadelstreifen bzw. Kaufleute, die entscheiden was unten auf der Straße fahren soll. Wobei der Blick nur zeitversetzt stattfindet und erst einmal heruntergeschaut wird, was BMW und Audi liefert. Also 3-er Gespann Piech, als Autobesessener, Winterkorn und Hackenberg, alles 3 Ingenieure tun genau das, was angesagt ist, nämlich sich um ihre Produkte zu bemühen. Sie sollten nur die Preisschiene so gestalten, daß die Fahrzeuge noch bezahlbar bleiben. Und so hoffe ich, daß das in Wolfsburg verstanden wird.......

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