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16.05.2014

14:58 Uhr

VW Golf GTD

Der GTI für Spritsparfüchse

Quelle:Spotpress

Schnell fahren, aber Kraftstoff sparen – nicht viele Autos befrieden den alten Zielkonflikt so trefflich wie der VW Golf GTD. Doch letztlich ist auch ein guter Kompromiss eben – ein Kompromiss.

Dass es sich bei dem zwei Liter großen und 135 kW/184 PS starke Turbo-Triebwerk unter der Motorhaube um einen Selbstzünder handelt, kann der GTD auf den ersten Blick jedenfalls ganz gut verbergen VW

Dass es sich bei dem 184 PS starken Turbo-Triebwerk um einen Selbstzünder handelt, kann der GTD auf den ersten Blick gut verbergen

Der erstmals 1976 aufgelegte VW Golf GTI ist eine Ikone. Der nur sechs Jahre später erschienene GTD hat diesen Status nie erreichen können. Das mag auch an den Dynamik-Nachteilen des Dieselmotors gelegen haben. Doch die sind in den vergangenen Jahren deutlich kleiner geworden. Wie klein, zeigt der aktuelle GTD.

Dass es sich bei dem zwei Liter großen und 135 kW/184 PS starke Turbo-Triebwerk unter der Motorhaube um einen Selbstzünder handelt, kann der GTD auf den ersten Blick jedenfalls ganz gut verbergen. Zu hören zumindest ist es kaum. Bei kühlen Temperaturen gibt der Vierzylinder zwar ein leises Nageln von sich, spätestens wenn er auf Betriebstemperatur ist, ist er aber kaum noch zu hören.

Es sei denn, man stellt die Fahrmodus-Auswahl auf sportlich – dann gibt sich der GTD kernig, wie es seinem Ansatz entspricht. Allerdings nur innen, denn dorthin wird der Schall von Motor und Auspuff über ein ausgeklügeltes Akustiksystem (955 Euro Aufpreis) geleitet. Außen bleibt es währenddessen still.

Der Normverbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern ist allerdings ein reiner Papierwert VW

Der Normverbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern ist allerdings ein reiner Papierwert

Auch bei der Kraftentfaltung legt der Motor typische Diesel-Marotten ab. So gibt es weder das Turboloch beim Anfahren noch den plötzlichen Drehmomentabfall im gehoben-mittleren Touren-Bereich. Selbst wenn der Motor sein kraftvollstes Arbeitsfeld zwischen 1.750 und 3.250 Umdrehungen nach oben hin verlässt, reißt der Durchzug nicht plötzlich ab.

Bis zu 4.500 Touren sind so ohne Fahrspaßverlust möglich; fast möchte man da das eigentlich dem Benziner gewidmete Wort von der Drehfreude bemühen. Das Ganze ist kombiniert mit mehr als ordentlichen Fahrleistungen.

Der Spurt von null auf 100 km/h ist in 7,5 Sekunden absolviert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Deutlich toppen kann das von den Konkurrenten aktuell nur der BMW 125d, der allerdings nicht nur in einer anderen Preis- sondern auch in einer anderen Leistungsklasse spielt (160 kW/218 PS).

Der Normverbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern ist allerdings ein reiner Papierwert. Selbst bei gemäßigter Fahrweise schießen eher knapp sechs Liter durch die Injektoren in die vier Zylinder. Wer das dynamische Potential ausreizt, erreicht auch schon mal zweistellige Werte.

Bei der Kraftentfaltung legt der Motor typische Diesel-Marotten ab VW

Bei der Kraftentfaltung legt der Motor typische Diesel-Marotten ab

Und das Ausreizen liegt nahe, bietet der GTD doch nahezu die gleiche Fahrwerks-Feinkost wie sein Otto-Zwilling GTI. Die adaptiven Dämpfer (1.000 Euro Aufpreis) balancieren Dynamik und Komfort aufmerksam aus, die serienmäßige Progressivlenkung sorgt für eine zackige Kurvenpassage, ohne auf der Autobahn mit Nervosität zu nerven und die Bremsen beißen so bissig zu, dass man im Stadtverkehr einen ganz sanften Fuß benötigt, im Notfall aber prompt zum Stehen kommt.

Kommentare (2)

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16.05.2014, 15:14 Uhr

Und man erhält einen "08/15-Hasenstall", der einem auf einer 5 Kilometer langen Strecke noch 20-mal als mit kleinen geänderten Äußerlichkeiten entgegen kommt.
BRAVO!
Wir wollen gar keine Individuen sein sondern mit den Wolfsburgern heulen. Jedem VOLK seinen VOLKSWAGEN.
Denn wie lautet ein Auto-Test-Kriterium im Handelsblatt?
"WAS SAGT DER NACHBAR"?

Account gelöscht!

19.05.2014, 07:43 Uhr

1984 hatte ich einen Golf-Diesel, der zwar lahm und langsam für heutige Verhältnisse war, aber der hat auf Langstrecken 4 Liter gebraucht. Das ist also 30 Jahre her !!!!

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