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22.01.2014

15:29 Uhr

VW Golf R 4motion

Der Golf im Schafspelz

VonMartin Andörfer
Quelle:Spotpress

Die stärkste Version des VW Golf schlägt sich auch im Schnee hervorragend. Sportlich will der Golf R auch im gehobenen Premiumsegment der kompakten Leistungselite wildern. Preislich passt er sich locker an.

Fahrbericht: VW Golf R 4motion - R wie Racing VW

Auch auf eisigem Untergrund setzt sich der Kraftzwerg geschmeidig in Bewegung.

ArvidsjauDie Kälte knistert, beißt durch die dicken Handschuhe wie ein Bullterrier. 26 Grad minus zeigt das Thermometer, die Seenlandschaft rund um das nordschwedische Kaff Arvidsjaur ist von Eis und Schnee bedeckt. Röhrend jagt die jüngste und bislang stärkste Ausgabe des Golf R über die zugefrorenen Seen, wirft mit Schneefontänen um sich und dreht im Rahmen des Winterfahrprogramms der Volkswagen Driving Experience seine ersten Runden in der Öffentlichkeit. 38.386 Euro kostet die Basisversion des Golf R, dafür bietet VW einen stramm aufgeladenen Vierzylinderturbo, dessen zwei Liter Hubraum für 221 kW/300 PS gut sind, ein manuelles Sechsganggetriebe und den Allradantrieb 4motion. Jede Menge Fahrspaß also.

Besser als der Vorgänger zu sein ist gerade dann eher schwierig, wenn der bereits auf hohem Niveau siedelte. Doch die Nürburgring-Nordschleife umrundet der Neue um satte 15 Sekunden schneller als der bisherige Golf R. Was nicht nur an der um 30 PS höheren Leistung liegt. 1.476 Kilogramm und damit 45 Kilogramm weniger Gewicht bringt die vierte Generation des VW-Athleten auf die Waage. Außerdem strafft der neue Race-Modus, der die früheren Fahrprogramm-Einstellungen Eco und Normal erweitert, das Fahrwerk und das Ansprechverhalten des Antriebsstrangs. Die um zwei Zentimeter tiefergelegte Karosserie sorgt für weitere Zehntel bei der Tempojagd.

Überraschend sanftmütig setzt sich das Kraftwerk in Bewegung. Von Anfahrschwächen keine Spur, der Motor zeigt seine zarteste Schokoladenseite. Dazu den Eco-Fahrmodus gewählt, der PS-Protz würde sich nur marginal vom Komfortangebot der Einstiegsversionen seiner Baureihen-Brüder unterscheiden. Allein die Geräuschentwicklung gaukelt Rabaukentum vor. Die künstliche Klang-Architektur beschallt auf Wunsch vor allem den Innenraum und bereitet dem Fahrer und seinen Passagieren ein eindringliches akustisches Vergnügen. Der Golf R johlt und sprozelt wie es sonst nur Hochleistungs-Triebwerken mit wenigstens einem Zylinder mehr gelingt. Die zweiflutige Auspuffanlage mit ihren eher aufdringlichen vier Endrohren bereichert das Klangerlebnis dabei kraftvoll.

Optisch dagegen gibt der Golf R den Wolf im Schafspelz. Unauffällig eilt er seiner Wege, nur mit kleinen Details gibt er sich zu erkennen. Ein Diffusor in Mitten des Rohr-Quartetts gehört ebenso dazu wie mächtige Leichtmetallräder im 18-Zoll-Format und die mit dem R-Symbol gekennzeichneten Bremssätteln dahinter. Innen gibt es kombinierte Leder-Stoff-Bezüge, ein wenig Karbon- und Klavierlackoptik sowie blaue Zeiger in den Rundinstrumenten.

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