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12.01.2013

09:46 Uhr

VW Touareg als Gebrauchter

Treu bis ins hohe Alter

Quelle:dpa

SUVs sind nicht mehr so beliebt, wie sie einmal waren. Dabei schneiden einige von ihnen in puncto Zuverlässigkeit sehr gut ab. So zum Beispiel der VW Touareg, der als Gebrauchter einen guten Eindruck hinterlässt.

Große SUVs sind immer weniger gefragt - der VW Touareg glänzt dafür mit inneren Werten. PR

Große SUVs sind immer weniger gefragt - der VW Touareg glänzt dafür mit inneren Werten.

BerlinSUVs sind in der Beliebtheit der Autofahrer auf dem absteigenden Ast. Das hat jüngst die Erhebung "Trend-Tacho" der Sachverständigenorganisation KÜS ergeben, nach der immer weniger potenziellen Autokäufern der Sinn nach sportlichen Geländewagen steht.

Dazu passt auch, was der ADAC über den VW Touareg schreibt: Weil die Zulassungszahlen eingebrochenen seien, sei der Bestand des Wolfsburger SUVs mittlerweile so klein, dass es der Wagen zuletzt nicht mehr in die offizielle Pannenstatistik des Clubs schaffte. Was nichts daran ändert, dass der Allradler entgegen seiner imposanten Erscheinung bei technischen Patzern recht unauffällig bleibt.

Allgemein fielen dem ADAC beim Touareg hauptsächlich Batterie- und Reifenpannen auf. Hinzu kommen bei Exemplaren der ersten Generation von 2004 ausgebrochene Öleinfülldeckel sowie vereinzelt Probleme mit der Zentralverriegelung, der Feststellbremse und den hinteren Gurtschlössern.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung schneidet der Touareg bis dato überdurchschnittlich gut ab: Gerade auch ältere Modelle machen dabei vergleichsweise wenig Ärger, heißt es im "TÜV-Report 2013". Allerdings schlage sich der Tuareg mit einem für Allradler typischen Manko herum: hoher Ölverlust. Auch häufen sich laut dem TÜV bei bis zu dreijährigen Exemplaren Mängel an den Heckleuchten.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Ende 2002 kam der VW Touareg erstmals auf den Markt. Vielen Kunden war die Fahrzeuggattung SUV damals noch nicht vertraut, wenngleich der Wolfsburger nicht der erste seiner Art war. ESP und sechs Airbags gehörten von Beginn an zur Serienausstattung, das höhenverstellbare Luftfederfahrwerk kostete extra.

Anfang 2007 bekam der Touareg eine Modellpflege, die unter anderem Designänderungen an Front und Heck brachte. Anfang 2010 stellte VW die zweite Generation vor und erneuerte wenig später den beliebten V6-Dieselmotor, der 2004 eingeführt wurde und immer über einen Rußpartikelfilter verfügt.

Anfangs gab es für den Touareg nur zwei Motoren: einen V6-Benziner und einen V10-Diesel. Die über die Jahre eingebauten Benziner leisten je nach Modell zwischen 162 kW/220 PS und 331 kW/450 PS. Diesel gibt es mit 128 kW/174 PS ebenso wie mit 258 kW/350 PS. Seit 2010 ist auch eine Hybridversion mit einer Systemleistung von 245 kW/333 PS im Programm.

Der Touareg Hybrid mit V6-Benziner und E-Motor von 2010 kostet als Gebrauchter laut der Schwacke-Liste mindestens 45.100 Euro (durchschnittliche Laufleistung: 39.100 Kilometer). Damit liegt er knapp 30.000 Euro unter Neupreis.

Wer nach einem gleich alten Touareg 3.0 V6 TDI Blue Motion DPF Automatik Exclusive mit 150 kW/205 PS Ausschau hält, muss um die 43.500 Euro einplanen (51.050 Kilometer). Aber auch schon für rund 11.700 Euro ist das VW-SUV zu haben: als 162 kW/220 PS starker Benziner Touareg 3.2 V6 Automatik von 2002 (135.200 Kilometer).

Kommentare (2)

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kfvk

12.01.2013, 15:46 Uhr

Wenn das Ding nur nicht so hässlich wäre ...

Antilobby

13.01.2013, 18:37 Uhr

@Santos

Welche Qualität?

Die hier
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/brasilien-gericht-verdonnert-vw-zu-rueckruf/7621354.html

oder die hier
http://www.focus.de/auto/neuheiten/auto-eiskalt-erwischt_aid_198091.html

oder die
http://www.autobild.de/artikel/vw-tsi-motorschaeden-3342557.html

oder die
http://www.autobild.de/artikel/kaelteschaeden-am-vw-golf-v-1119985.html

Sorry,
aber von dem Laden bin ich endgültig geheilt, nachdem ich bereits seit 7 Jahren Amis fahre.

Weniger Haptikanspruch, etwas mehr Verbrauch, dafür LPG-fest und superzuverlässig.

Wer braucht da VW?

Da ist mir Toyota noch lieber, die stehen wenigstens hinter ihrer Ware und rufen sofort zurück - mittlerweile jedenfalls...

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