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27.09.2011

09:12 Uhr

VW Touareg Hybrid

Dickschiff auf Schleichfahrt

Quelle:mid

Ausgerechnet mit dem größten "Schiff" der konzerneigenen Flotte ist Volkswagen in die Welt der alternativen Antriebe eingestiegen. Aber hält der VW Touareg Hybrid, was seine Macher sich von ihm versprechen?

Der Touareg ist derzeit noch das einzige VW-Modell mit Hybrid-Antrieb. VW

Der Touareg ist derzeit noch das einzige VW-Modell mit Hybrid-Antrieb.

DüsseldorfKönnen diese Hundeaugen lügen? Diese Frage beschäftigt uns, während wir den VW Touareg Hybrid lautlos im Elektromodus über den Supermarktparkplatz steuern. Das Entsetzen in den Augen von Hund und Herrchen jedenfalls ist echt. Eben noch sind beide noch über die Abstellfläche stolziert, als würde der Asphalt ihnen gehören. Jetzt machen sie einen erschreckten Satz zur Seite.

Kein Wunder. Es ist ja auch ein ganz schön dickes Ding, das der VW-Konzern da auf die 19 Zoll-Leichtmetallräder gestellt hat und das sich da soeben unmerklich, weil unhörbar in ihrem Rücken angepirscht hat. Stolze 2,3 Tonnen bringt das doppelmotorige Wolfsburger Groß-SUV auf die Waage. Mit 1,94 Meter ist es breiter als die meisten Menschen lang sind und mit 1,73 Meter mannshoch und staatlich.

Und dieses Trum von Luxus-Offroad-Limousine zu übersehen, Ist so gut wie unmöglich. Und man muss nicht taub sein, um das "Öko-SUV" zu überhören. Denn der Touareg Hybrid fährt bis zu drei Kilometer weit rein elektrisch und somit fast geräuschlos. Dabei kann er bis Spitze 50 km/h lautlos dahin gleiten, und das ist dem Elektromotor zu verdanken, der unter dem Kofferraumboden in der Reserveradmulde untergebracht ist.

Das abgasfreie Anfahren und Beschleunigen im Stadtverkehr erfordert allerdings viel Feingefühl im Gasfuß, sonst springt der 3,0-Liter-Sechzylinder mit seinen 333 PS geräusch- und effektvoll in die Bresche. Dabei klingt der Sound des spontan einspringenden Verbrenners nach der relativen Stille umso imposanter. Der Wechsel vom Elektro- in den "Boost"-Modus unter Volllast klingt zwar eindrucksvoll, geht aber insgesamt erfrischend hauruckfrei über die Bühne.

Wirft man die Kraft der zwei Herzen zusammen und gibt Voll-"Gas", sorgt dies für geballten Vortrieb. Die Kraft des ungleichen Motorenkollektivs beträgt zusammengenommen 380 PS. Das reicht für eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,5 Sekunden, die dem SUV-Koloss trotz seiner fast 2,5 Tonnen Eigengewicht überraschend unangestrengt, geradezu leichtfüßig bis zur Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h von der Hand gehen. Die elektrische "Extra-Power" für solche Sprintübungen gewinnt der Wolfsburger beim Verzögern, bei dem der E-Motor als Generator dient. Auf dem übersichtlichen Display in der Mittelkonsole kann man den Energieströmen prima beim Fließen, und den 1,3 kWh fassenden Nickel-Metall-Hydrid-Akkus beim "Auspowern" und "Aufladen" zusehen.

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