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05.09.2011

09:31 Uhr

Was den Kombi von heute ausmacht

Die Nutzwert-Tricks der Lademeister

Quelle:dpa

Gummibänder, Schienensysteme, selbstöffnende Klappen: Beim modernen Kombi kommt es auf mehr an als schiere Größe. Doch die Finessen im Kofferraum gehen ins Geld.

Limburg1.400 oder 1.500 Liter? Solche Differenzen des Ladevolumens sind beim Kauf eines Kombis eher nebensächlich. Das Qualitätsplus von Autos mit Heckklappe und großem Gepäckabteil liegt mittlerweile in der Benutzerfreundlichkeit. "Was wirklich zählt, sind eine gute Raumaufteilung, ebene Flächen und ein paar nette Kleinigkeiten", sagt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg.

Ein Schwenk mit dem Fuß genügt, und schon öffnet sich die Heckklappe des Audi A6 Avant. Wenn der Kunde 1.340 Euro Aufpreis für die Gestensteuerung bezahlt hat. dpa

Ein Schwenk mit dem Fuß genügt, und schon öffnet sich die Heckklappe des Audi A6 Avant. Wenn der Kunde 1.340 Euro Aufpreis für die Gestensteuerung bezahlt hat.

Auch die Hersteller wissen das und haben sich eine Vielzahl praktischer Details einfallen lassen - zum Beispiel die Heckklappe, die dem Fuß gehorcht. Diese Art "Sesam öffne dich"-Spiel macht der neue Audi A6 Avant mit. "Wer mit Taschen oder Tüten hinter den Wagen tritt, muss nichts mehr abstellen und zum Schlüssel greifen", erläutert A6-Produktmanager Manfred Sewenig in Ingolstadt das praktische Extra. "Sondern es genügt, den Fuß sanft unter den Stoßfänger zu lupfen, damit die Heckklappe elektrisch aufschwingt." Möglich macht das ein berührungsloser Bewegungssensor, der erst den Schlüssel in der Hosentasche des Fahrers und dann den Fuß als Signal zum Öffnen erkennt.

Auch wer die Hände frei hat, muss sich mit dem Gewicht der Klappe nicht mehr abmühen - viele Modelle in gehobenen Preissegmenten haben schon länger eine elektrische Betätigung für den Verschlag eingebaut. Dabei muss lediglich der Griff berührt oder ein Schalter betätigt werden, damit sich die Klappe öffnet.

Beim BMW 5er Touring kann - wie bei einigen Modellen anderer Hersteller auch - die Heckscheibe separat geöffnet werden. dpa

Beim BMW 5er Touring kann - wie bei einigen Modellen anderer Hersteller auch - die Heckscheibe separat geöffnet werden.

Und bei einigen Fahrzeugen, vor allem von BMW, kann man in engen Parklücken auch nur die hintere Scheibe öffnen. Steht der Laderaum erst einmal offen, geht es vor allem um seine bestmögliche Nutzung. Wichtig sei vor allem, "dass Taschen und Tüten nicht lose im Auto herum fallen", sagt Margetts. So finden sich in den Laderäumen viele Haken und Ösen, um Koffern und Kisten Herr zu werden: verschiebbare Gummibänder an den Seitenwänden, Taschenhaken an den Rücklehnen, Schienensysteme, die im Ladeboden eingelassen sind. "Zurrösen kann man genau dorthin schieben, wo man sie benötigt", erläutert Josef Wüst, der bei BMW die Entwicklung des 5er verantwortet. Und mit speziellen Teleskopstangen lasse sich der Kofferraum aufteilen - zur Sicherung einzelner Gepäckstücke.

Trennnetz bei hoher Ladung obligatorisch

"Wer diese Optionen nutzt, ist aber von seiner Sorgfaltspflicht nicht entbunden", mahnt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigen-Organisation KÜS in Losheim am See. Zwei einfache Regeln gelten immer: Schwere Gepäckstücke gehören nach unten, und es darf nicht über die Höhe der Rückbank hinaus gestapelt werden. "Wer bis unters Dach laden möchte, der braucht ein spezielles Trennnetz, das die Insassen bei einer Vollbremsung vor dem Gepäck im Rücken schützt."

Damit die Ladung bei einer Vollbremsung nicht in den Fahrgastraum fliegt, kann ein Trennnetz gespannt werden. dpa

Damit die Ladung bei einer Vollbremsung nicht in den Fahrgastraum fliegt, kann ein Trennnetz gespannt werden.

Fast jeder Kombi könne mit diesem ausgerüstet werden. Soll größeres Ladegut befördert werden, kommt es vor allem auf den Klappmechanismus der Rücklehne an. Musste man früher meist erst zu den hinteren Türen laufen und an Hebeln ziehen, lassen sich die Rücklehnen mittlerweile oft vom Kofferraum aus entriegeln.

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