Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2017

09:03 Uhr

Wohnmobiltest Hymer Exsis I 578

Freiheit, die an der Gebrauchsanweisung endet

VonJürgen Röder

Wohnmobile liegen im Trend. Besonders gefragt: Kompakte Modelle mit viel Komfort, aber nicht zu groß für eine Städtetour. Das verspricht Hymers Exsis-Reihe. Worauf man bei einem Kauf eines Mobils achten sollte.

Das vollintegrierte Wohnmobil vor einem Champagnerhaus in der französischen Region: Diese Variante hat zwei hohe Einzelbetten, erkennbar an der großen Heckklappe. Der Stauraum hinter lädt geradezu ein, möglichst viele Kisten Champagner hineinzupacken. Jürgen Röder

Hymer Exsis i-578

Das vollintegrierte Wohnmobil vor einem Champagnerhaus in der französischen Region: Diese Variante hat zwei hohe Einzelbetten, erkennbar an der großen Heckklappe. Der Stauraum hinter lädt geradezu ein, möglichst viele Kisten Champagner hineinzupacken.

DüsseldorfWohnmobilisten sind oftmals leicht (im Gespräch) zu erkennen, denn sie leben eine Art von Freiheit, die sich viele wünschen. An der Freiheit, in den Urlaub zu fahren, wann man will und nicht genau zu wissen, wohin man will.

Diese Freiheit wollen immer mehr Urlauber genießen: Die Zahl der angemeldeten Reisemobile ist im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um mehr als 24 Prozent gestiegen – 2016 waren das mehr als 34.000 Fahrzeuge. Deutlich mehr als das fünfprozentige Plus bei den Wohnwagen, bei denen gut 19.000 neu auf die Straße kamen. Von solchen Zuwachsraten können PKW-Hersteller nur träumen.

Doch Wohnmobil ist nicht gleich Wohnmobil. Jeder der mehr als 30 Hersteller, die ihre Fahrzeuge in Deutschland verkaufen, hat für jeden Typ noch eine zum Teil ausufernde Modellpalette. Was kommt für mich infrage, fragt man sich: Vollintegriert, teilintegriert, Alkoven oder Kastenwagen? (siehe „Wohnmobiltypen im Überblick“, unten)

Eine Antwort auf diese Frage hängt nicht nur vom Wohnmobiltyp ab. Entscheidender ist vielmehr - neben der Frage des Preises - der Grundriss, also wie das Fahrzeug gestaltet ist. Wo sind das Bett, die Küche, die Dusche/WC und die Kleiderschränke? Weniger wichtig sind die Motorstärke, Möbeloberflächen oder Polster – auch wenn die dekorativen Elemente zunächst bei der Besichtigung des Fahrzeugs eine enorme Rolle spielen.

„80 Prozent aller Kunden kommen zu uns und wünschen sich ein Wohnmobil mit einer maximalen Länge bis höchstens sechs Meter und einer Breite von bis zu zwei Meter dreißig“, erläutert Marc Ernst, Verkaufsleiter des Wohnmobilanbieters Stellfeld und Ernst in Dortmund.

Im Verkaufsgespräch werde den Interessenten aber schnell klar, dass solch ein Wohnmobil meist gar nicht ihren Bedürfnissen entspricht. „Viele erwarten, dass sie mit solchen Fahrzeugen in der Innenstadt parken können, doch die Parkplätz sind teilweise nur 2,10 Meter breit“, nennt Ernst ein Beispiel.

Die Wohnmobiltypen im Überblick

Wohnkabine

Die Wohnkabine ist der Wohnwagen unter den Wohnmobilen. Als Wohnkabine werden Aufbauten bezeichnet, die auf die Ladefläche eines Pickup oder Transporter gesetzt werden können. Dadurch, dass keine dauerhafte Verbindung besteht, kann das Fahrzeug im Alltag normal genutzt werden. Auch bei Urlaubsreisen hat man den Vorteil, dass die Wohnkabine auf dem Campingplatz verbleibt, während die Ausflugs- und Einkaufsfahrten mit dem Auto erledigt werden. Die hohe Geländegängigkeit des Basisfahrzeugs bietet zudem einen Vorteil in unwegsamem Gelände.
Besonders geeignet für: Paare oder Familien mit Kindern, die im Zelt schlafen; Camping in nordischen Ländern. Quelle: Erento

Campingbus

Den ersten Campingbus gab es in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Er entstand auf der Basis des VW Bus T1. Der Campingbus ist das kleinste Wohnmobil und entspricht einem serienmäßigen Kastenwagen vom Typ Transporter oder Sprinter. Die bekanntesten Campingbusse sind die VW T-Reihe, Mercedes Vito oder Ford Transit. Sie punkten durch eine bessere Alltagstauglichkeit, sind dafür aber beengter.
Besonders geeignet für: Paare oder enge Freunde, Familien mit größeren Kindern die im Zelt schlafen.

Alkoven

Als Alkoven bezeichnet man Wohnmobile, bei denen die Schlafkabine über dem Fahrerhaus liegt. Bei Alkovenfahrzeugen wird der Raum optimal genutzt; die Gesamtgröße des Fahrzeugs und der Preis bleiben dabei aber überschaubar. Besonders ideal sind Alkovenmobile für Camping in kühleren Gegenden, da sich die Fahrerkabine vom Wohnraum abtrennen lässt und so keine Kältebrücke entsteht.
Geeignet für: Familien und größere Gruppen; Camping in nordischen Ländern oder im Winter.

Teilintegrierte Wohnmobile

Hier wird ein serienmäßiges Fahrerhaus mit dem Wohnbereich verbunden. Die Sitze aus dem Fahrerhaus können umgedreht werden und dienen so als zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Der Platz reicht meist für bis zu vier Personen. Auch das teilintegrierte Wohnmobil bietet den Vorteil einer optimalen Raumnutzung bei geringeren Anschaffungskosten (selbiges gilt natürlich auch für die Miete). Der große Nachteil ist die schlechte Wärmedämmung durch die nicht abtrennbare Fahrerkabine
Geeignet für: Familien und Freunde; Camping ins südlichen Ländern.

Vollintegrierte Wohnmobile

Die vollintegrierten Wohnmobile sind die Königsklasse unter den Wohnmobilen und bieten einen nahtlosen Übergang vom Fahrerhaus in den Wohnbereich. So entsteht durch eine optimale Platzausbeute maximaler Komfort.
Geeignet für: lange Urlaubsreisen.

Einen viel größeren Einfluss auf die Gestaltung des Innenraums hat die Auswahl der Bettenform. (siehe Bettentypen) Nicht nur, weil man statistisch gesehen die meiste Zeit in einem Wohnmobil im Bett verbringt, die Ausgestaltung des Bettes entscheidet auch darüber, wie andere Dinge auf dem kleinen Zuschnitt untergebracht werden, wie z.B. der Kleiderschrank.

Nach dem Bett folgt das Wohnzimmer. Und vor dem Kauf sollte man sich auch überlegen: Koche ich viel? Ist der Fernseher wichtig? Was ist mit der Dusche? Welche Garderobe nehme ich mit? Wann bin ich meistens unterwegs – im Sommer oder im Herbst/Winter?

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.02.2017, 12:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×