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30.07.2014

09:45 Uhr

Yamaha Tricity

Spontane Zu-Neigung

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Urbane Mobilität auf zwei Rädern ist für Yamaha schon lange ein Thema. Mit dem 125 ccm-Roller Tricity setzt nun der erste japanische Hersteller auf drei Räder und Neigetechnik.

Mit dem 125 ccm-Roller Tricity setzt nun der erste japanische Hersteller auf drei Räder und Neigetechnik.  Willems

Mit dem 125 ccm-Roller Tricity setzt nun der erste japanische Hersteller auf drei Räder und Neigetechnik.

Was waren sie anfangs belächelt und verspottet worden, die Dreirad-Roller mit Neigetechnik von Piaggio! Doch längst haben die Italiener von ihren diversen MP3-Modellen mehr als 150.000 Stück abgesetzt, und mit Peugeot setzt mittlerweile ein weiterer bekannter Hersteller auf die Stabilität der drei Räder.

Quadro, eine aufstrebender Schweizer Marke, etabliert sich ebenfalls in Europas Märkten. Nun wagt sich mit Yamaha das erste japanische Zweirad-Schwergewicht aus der Deckung: Mit dem 125 ccm-Modell Tricity hat konzentriert man sich auf die innerstädtische Mobilität. Klein, leicht und besonders einfach beherrschbar. Und mit 3.595 Euro auch günstig im Preis.

Der größte Vorteil des ersten japanischen Dreirad-Rollers ist all das, was nicht dran ist: Mit 152 Kilogramm fahrfertig ist der Tricity nämlich um fast ein Drittel leichter als es der Piaggio MP3-125 war (Piaggio bietet diese Version in Deutschland nicht mehr an).

Der Tricity kommt ohne komplizierte Feststell-Technik des Neigesystems aus, und auch die Vorderradführung mittels Cantilever-Telegabel und Parallelogrammsystem ist deutlich unaufwendiger. Glücklicherweise aber nicht weniger vorteilhaft.

Eher im Gegenteil, denn das geringe Gewicht macht sich sehr positiv bemerkbar. Auch wenig Erfahrene – zum Pilotieren des Tricity genügt im Grunde ein alter „Dreier“-Führerschein, ansonsten eine A1-Lizenz – sollten normalerweise keine Probleme haben, mit dem sehr intuitiv zu bedienenden Tricity zu Recht zu kommen.

Die eigentliche Überraschung des Tricity ist sein vorzügliches Fahrwerk.  Willems

Die eigentliche Überraschung des Tricity ist sein vorzügliches Fahrwerk.

Dank des geringen Gewichts genügt die bescheidene Leistung von 8 kW/11 PS, um im Amsterdamer Verkehr mitzuschwimmen. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Zweiventilmotor stammt von einem schon seit Jahren in Thailand gebauten Rollertriebwerk ab, wurde aber für die Verwendung im Tricity überarbeitet.

Seine Leistungskurve ist günstig, steht doch ausreichend Kraft schon bei mittleren Drehzahlen zur Verfügung. Klarerweise ist der Tricity keine Rakete, aber die 11 PS reichen aus, um sich nach dem Ampelstart vorne halten zu können. Beschleunigungsmanöver oberhalb von ca. 60 km/h verlaufen dagegen zäh, auch ist die Höchstgeschwindigkeit von gut 90 km/h nur mit reichlich Anlauf erreichbar.

Die eigentliche Überraschung des Tricity ist sein vorzügliches Fahrwerk. Die Neigetechnik arbeitet leichtgängig und stabil gleichermaßen; selbst wenn in schnell gefahrenen Kurven plötzlich Widrigkeiten wie Straßenbahnschienen oder Asphaltfugen auftauchen, hält der Tricity unerschütterlich Kurs.

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