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26.07.2000

15:36 Uhr

Axel-Springer-Verlag verdrängt die Kirch-Gruppe auf Platz 3

Medien: Top-100 machen mehr als 100 Mrd. DM Umsatz

Die Bertelsmann AG hat mit von 32 Mrd. DM den größten Umsatz verzeichnet, was 30 % des Gesamtumsatzes 100 größten deutschen Medienunternehmen ausmacht.

dpa FRANKFURT/M. Die 100 größten Medienunternehmen Deutschlands haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent gesteigert. Mit insgesamt 107,6 Mrd. DM überschritten sie erstmals die 100-Milliarden-Schwelle, berichtet das Fachmagazin "Horizont" (Frankfurt/Main) in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Zeitschrift ermittelt jedes Jahr eine Rangliste der deutschen Medienbranche. Daraus geht hervor, dass die größten zehn Konzerne fast zwei Drittel des gesamten Umsatzkuchens unter sich aufteilten.

Das mit Abstand größte Stück geht erneut an den Branchenprimus Bertelsmann AG (Gütersloh). Der Konzern gab für das Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) einen Umsatz von 32 Mrd. DM an, das sind 30 % des gesamten Umsatzes der Top-100. Mit einem Umsatzplus von knapp sechs Mrd. DM (plus 23,1 %) hat Bertelsmann fast zwei Drittel des gesamten Wachstums (9,6 Mrd.) erwirtschaftet. Allein die Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr AG (Hamburg) erzielte im vergangenen Jahr knapp 5,4 Mrd. DM (plus 5,1 %).

Unter den unverändert 24 Umsatz-Milliardären der Branche haben sich nach den "Horizont"-Berechnungen die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Stuttgart), der Süddeutsche Verlag (München), der Verlag M. DuMont Schauberg (Köln) und der Deutsche Sparkassen Verlag (Stuttgart) hervorgetan. Ihnen gelangen auf hohem Umsatzniveau zweistellige Wachstumsraten.

Hohe Zuwächse seien jedoch meist nur durch Unternehmenskäufe möglich, schreibt "Horizont". So habe sich die Konzentration auf dem Medienmarkt im vergangenen Jahr fortgesetzt. Bertelsmann kaufte den wissenschaftlichen Springer-Verlag (Heidelberg). Der Süddeutsche Verlag übernahm die Mehrheit beim ebenfalls in Heidelberg ansässigen Hüthig-Verlag, und der Nürnberger Sebaldus-Verlag fusionierte mit dem Druckhaus Schlott .

In der Reihenfolge der zehn Größten der Branche hat es im Vergleich zum 99er Ranking Verschiebungen gegeben. Auf Platz zwei rückte der Axel-Springer-Verlag (Berlin) mit 5,211 Mrd. DM Umsatz und drückte damit die Kirch-Gruppe (Ismaning, geschätzt 5,2 Mrd.. DM Umsatz) auf Platz drei.

Einen Rang nach vorn auf Platz vier schob sich der Holtzbrinck - Konzern (4,173 Mrd../plus 13,8 %) und verwies damit die Essener Zeitungsgruppe WAZ (geschätzt 3,7 Mrd.. Umsatz) auf den fünften Rang. Die Gruppe mit Publikums-, Fach- und Buchverlagen, Radiostationen, Fernsehsendern und Internet-Firmen profitiere vom Boom der Wirtschaftsinformationen.

Nach dem Heinrich-Bauer-Verlag (Hamburg) auf Platz sechs finden sich drei Fernsehsender. Wie im vergangenen Jahr liegt das Zweite Deutsche Fernsehen ZDF /Mainz) auf Rang sieben. Es folgen RTL (Köln) und der Westdeutsche Rundfunk WDR /Köln) auf den Plätzen acht und neun. Für ZDF und WDR basiert das Ranking auf den Werten von 1998. Platz zehn belegt - ebenfalls unverändert - Hubert Burda Media (München/Offenburg) mit 2,235 Mrd.. Umsatz.

In das Ranking wurde alle klassischen Medien - Presse, Radio und Fernsehen - einbezogen. Maßgeblich ist bei den Print-Unternehmen der Gesamtumsatz inklusive medienfremder Geschäftsfelder. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zählen die Rundfunkgebühren, Netto- Werbeumsätze und sonstigen Erträge, bei den privaten Sendern ausschließlich die Netto-Werbeumsätze.

Auf dem Fernsehmarkt hatten insbesondere die kleineren Sender unter den Top-100 hohe Zuwächse. So konnte der CLT/Ufa-Disney-Sender Super RTL seine Umsätze 1999 um fast ein Drittel (32,2 %) auf 197 Mill. DM steigern. Auch das Deutsche Sportfernsehen (plus 30,1 %), der Nachrichtenkanal n-tv (23,0) und Kabel 1 (20,3) legten kräftig zu.

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