Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2003

10:27 Uhr

Bahamas-Vergleich beeinflusst Unternehmensergebnis nicht

Fortis fürchtet feindliche Übernahmeversuche nicht

VonSusanne Bergius (Handelwsblatt)

Jüngste Gerüchte an den Börsen, die ihn als potenziellen Übernahmekandidaten handelten, lassen den niederländisch-belgischen Allfinanzkonzern Fortis, Utrecht und Brüssel, kalt.

BRÜSSEL. Er kann eine feindliche Übernahme vereiteln, indem er an die befreundete "Stichting Continuiteit Fortis" Vorzugsaktien in Höhe des Nominalwertes aller ausstehenden Aktien ausgibt. Das würde der Stiftung 50 % der Stimmen geben, sagen Analysten.

Diese typisch niederländische Schutzkonstruktion mildert den Nachteil, dass Fortis anders als ING, Aegon oder ABN Amro keinen Großaktionär hat, sondern fast 90 % ihres Kapitals frei gehandelt werden. Die Gerüchte um eine Fortis-Übernahmekandidat tauchten auf, als der französische Versorger Suez vergangene Woche ankündigte, seine rund 10 %ige Beteiligung an dem Institut bis Ende 2004 veräußern zu wollen. Schon 1997 bot Suez-Chef Gerard Mestrallet das Paket an und Interessenten hätten längst zugreifen können, besonders bei dem niedrigen Aktienkurs im Juli 2002. "Dann hätten auch feindliche Käufer einsteigen können. Das ist nicht passiert", sagt ein Fortis-Sprecher.

Inzwischen ist das Paket mehr als 2 Mrd. Euro wert. "Es geht nur um 10 % - kein Anlass für Spekulationen, selbst wenn wichtig ist, wer sie bekommt", betont ING-Analystin Sigrid Baas. Mestrallet habe Fortis-Chef Anton van Rossum zugesagt, den Verkauf einvernehmlich zu regeln, betont der Firmensprecher. Ein künftiger Partner müsse nach Ansicht von Analysten Fortis? Vermögensverwaltung und Privatkundengeschäft stärken sowie personelle Synergien bringen.

"Fortis muss in dessen Strategie passen und er muss das nötige Geld haben", sagt Baas. Suez wolle Cash, um seine hohen Schulden abzubauen. Wer in Fortis einsteige, erwerbe einen großen Spieler in einem kleinen Markt mit einer interessanten Versicherungssparte.

Die Zahlen von Fortis übertrafen alle Prognosen. Das Unternehmen steigerte in den ersten neun Monaten 2002 das versteuerte Betriebsergebnis vor Wertberichtigungen um 3 % auf 1,6 Mrd. Euro. Für dieses Jahr erwarten Analysten ein leicht steigendes Betriebsergebnis. Die Einigung im Fonds-Skandal habe keinen Einfluss auf das Ergebnis, sagte der Fortis-Sprecher.

Wertkorrekturen des Aktienportfolios in Höhe von 1,7 Mrd. Euro verursachten jedoch vergangenes Jahr einen Einbruch des Nettogewinns. Analysten rechnen mit 400 Mill. Euro nach 2,1 Mrd. Euro 2001. Das sei aber kein Grund für Übernahmespekulationen, sagte Baas. Die Börsenflaute setze auch die Wettbewerber unter Druck.

Fortis schneide unter den Benelux-Instituten am besten ab, so Rabo-Analyst Bart van der Veen: "Das Unternehmen hat zeitig mit Einsparungen begonnen und seine Kosten unter Kontrolle." Anders als bei ING und ABN Amro sei kein zusätzlicher Stellenabbau nötig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×