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04.06.2000

13:36 Uhr

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Bahn zieht Notbremse bei Berliner Renommierprojekt

Aus Angst vor einer Milliardenpleite hat die Bahn beim Lehrter Bahnhof einen Rückzieher gemacht.

dpa BERLIN. Aus Angst vor einer Milliardenpleite hat die Bahn bei ihrem größten Renommierprojekt, dem Lehrter Bahnhof in Berlin, einen weiteren Rückzieher gemacht. Nach einem Beschluss des Konzernvorstands vom vergangenen Mittwoch will das Unternehmen entgegen seiner früheren Pläne zwei Bürohochhäuser über den Gleisen nicht mehr selbst bauen. Konzernsprecher Dieter Hünerkoch bestätigte am Wochenende einen entsprechenden Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Für die beiden so genannten Bügelbauten über den Gleisanlagen - mit zehn Stockwerken und einer Höhe von 42 Metern höher als das benachbarte Kanzleramt - sei noch kein Investor gefunden. Finde sich dieser nicht noch in den nächsten 18 Monaten, werde einzig ein 60 Meter hoher, einsamer Abluftkamin zum Wahrzeichen von Europas größtem Kreuzungsbahnhof, dessen Gleise 15 Meter unter der Erde liegen werden. Nach dem Vorstandsbeschluss sollen alle Vorhaben, die ohne große Verluste zu stoppen seien, "noch einmal auf den Prüfstand".

"Das Projekt war nicht wirtschaftlich", zitiert das Magazin einen Bahnexperten, technisch sei der Bau "am Limit und schwer beherrschbar". Wegen erheblicher Mehrkosten ihrer Berliner Projekte war die Deutsche Bahn bereits in die Kritik geraten. Allein für den Lehrter Bahnhof sind die veranschlagten Kosten fünf Jahre vor Fertigstellung um 20 Prozent auf eine Milliarde DM gestiegen.

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