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12.02.2002

14:43 Uhr

Ballack und Bode Ausfälle Nummer zehn und elf

Völler lockt Not-Elf mit WM-Tickets

Mit der Aussicht auf einen Platz im WM-Kader will Rudi Völler sein "letztes Häuflein" zu einer ansprechenden Leistung gegen Israel motivieren. 24 Stunden vor dem Testspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF live) im längst nicht ausverkauften Fritz-Walter-Stadion verlängerte sich die Ausfallliste um den Leverkusener Spielmacher Michael Ballack und den Bremer Marco Bode auf insgesamt elf Spieler. Außerdem steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Jens Nowotny, der ebenfalls über muskuläre Probleme klagt.

dpa HOMBURG. "Aufstellungstechnisch etwas zu sagen wäre Blödsinn, weil ich beim besten Willen noch nicht weiß, wer fit ist", klagte Völler am Dienstag über seinen "erheblich reduzierten Kader", aus dem nur noch 15 Feldspieler uneingeschränkt einsatzfähig sind. Von der übrig gebliebenen Not-Elf erwartet der Teamchef, dass sie die Gunst der Stunde nutzt und sich nachhaltig in Erinnerung bringt.

"Wir haben die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in der Gruppe geschafft, jetzt will es jeder Einzelne schaffen. Bei solchen Spielen kann jeder zeigen, dass er bei der WM dabei sein will", eröffnete Völler ganz offiziell den Konkurrenzkampf und unterstrich dabei die Prioritäten: "Natürlich werden wir die Kandidaten auch in der Bundesliga und im Europacup beobachten, aber das Wichtigste sind die Länderspiele."

Große Hoffnungen auf ein Fußballfest am Aschermittwoch gegen die international zweitklassigen Israelis aber wollte keiner in der DFB - Delegation machen. "Ich glaube nicht, dass wir in der Verfassung sind, um Israel an die Wand zu spielen", urteilte der Münchner Mehmet Scholl, der nach elfmonatiger Verletzungspause erstmals wieder in der Nationalelf steht. Dabei ist der 31-Jährige, wie Völler nach den Trainingseindrücken unumwunden anmerkte, "noch nicht in der Verfassung, in der wir ihn gerne hätten". Auch Scholl bezeichnete den Test am Mittwoch in erster Linie als "wichtiges Spiel, um einen weiteren Schritt in Richtung alte Form zu machen".

Ungeachtet der politischen Bedeutung versuchte Völler, dem ersten Gastspiel der israelischen Fußball-Nationalmannschaft auf deutschem Boden, das auch nur wegen der Unruhen in Nahost von Tel Aviv nach Kaiserslautern verlegt wurde, Normalität zu verleihen. "Grundsätzlich ist es ein Fußballspiel, nicht mehr und nicht weniger", sagte der 41- Jährige, fand es erst bei Nachfrage "ein bisschen historisch". Dagegen sprach DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder von einer "sehr wichtigen Begegnung, die uns ein Stück näher bringen wird". Begleitet wird die Partie, für die erst gut 15 000 der 30 000 Tickets abgesetzt wurden, von extremen Sicherheitsmaßnahmen. Nach Angaben von DFB - Sprecher Harald Stenger gebe es aber "keinen Hinweis auf irgendwelche Auffälligkeiten".

Mit einem Videostudium vom 1:1 im entscheidenden WM- Qualifikationsspiel gegen Österreich, als die Israelis in letzter Minute den Einzug in die Relegation verspielten, wollte Völler am Dienstag seine Schützlinge vor den Qualitäten des Gegners warnen. Allerdings fehlen auch dem dänischen Coach Richard Möller-Nielsen mit Avi Nimni und England-Legionär Eial Berkovic die bekanntesten und offensivstärksten Kräfte. Zudem ist auch der zweite Auslandsprofi, Haim Revivo von Fenerbahce Istanbul, angeschlagen.

"Das ist eine gute Mannschaft", behauptete Völler dennoch von dem Weltranglisten-49., gegen den Oliver Kahn erstmals als offizieller Kapitän fungieren wird. Von der Anfangself, die vor drei Monaten beim 4:1 gegen die Ukraine das WM-Ticket sicherte, sind mit Kahn, Nowotny, Bernd Schneider, Carsten Ramelow, Dietmar Hamann und Carsten Jancker nur noch sechs Profis auch in Kaiserslautern erste Wahl. Die Nachrücker wie Miroslav Klose, Sebastian Kehl, Christian Wörns und Rückkehrer Scholl nahm Völler besonders in die Pflicht - und beraubte sie gleich vornweg einer möglichen Ausrede: "Wenn der Ball drei Meter verspringt, dann sicher nicht, weil sie in neuen Schuhen und mit dem neuen WM-Ball spielen."

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