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29.06.2000

16:38 Uhr

Banken

Dresdner/Commerzbank-Einigung rückt offenbar näher

Die Vorstände scheinen sich einig zu sein und müssten nur noch ihre Großaktionäre überzeugen, hieß es in Frankfurt. Die Fusionspläne könnten schon in den nächsten vier Wochen präsentiert werden.

Reuters FRANKFURT. In Frankfurter Bankenkreisen verdichten sich die Zeichen, dass Dresdner Bank und Commerzbank schon in den nächsten vier Wochen ihre Fusionspläne präsentieren werden. Dabei scheinen sich die Vorstände grundsätzlich einig zu sein und müssten nur noch die Großaktionäre ihrer Häuser überzeugen, hieß es in den Kreisen am Donnerstag weiter. Wenn an diesem Wochenende der Commerzbank-Vorstand sein traditionelles halbjährliches Strategie-Treffen abhält, könnte Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen seine Kollegen auf ein Zusammengehen mit der Dresdner Bank einschwören. Der Commerzbank-Großaktionär Cobra Beteiligungsgesellschaft drohte mit der Blockade einer möglichen Fusion, falls sie nachteilig für die Commerzbank wäre.

"Wenn es kein gutes Geschäft für die Commerzbank ist, werde ich nicht dafür stimmen", sagte Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den Gesprächen der zwei Banken wollte er sich nicht weiter äußern. Hofmann hatte in der Vergangenheit mehrfach gesagt, Cobra sei in der Lage, ihren Commerzbank-Anteil auf 25 % zu erhöhen, um jede wichtige Entscheidung der Commerzbank verhindern zu können.

Dabei suchen die Bank-Vorstände mittlerweile nur noch eine für die Großaktionäre tragbaren Lösung. "Wir sind bereit, jetzt fehlt nur das grüne Licht der Großaktionäre", umschreibt ein mit dem Stand der Gespräche Vertrauter die Position der Bankvorstände. Aus anderen Kreisen hieß es, die Vorstände seien schlichtweg einfacher zu überzeugen als die Großaktionäre. Mit Blick auf einen möglichen Abschluss der Verhandlungen hieß es weiter, "der Juli wird ein heißer Monat in Frankfurt".

Die Allianz hält knapp 22 % an der Dresdner Bank und dürfte vor allem der exklusiven Vertriebspartnerschaft der Commmerzbank mit dem italienische Versicherer Generali kritisch gegenüber stehen. Generali hält 5,2 % an der Commerzbank.

Dresdner Bank-Vorstandssprecher Bernd Fahrholz hatte am Dienstag bekräftigt, dass beide Seiten an schnellen Ergebnissen interessiert seien und sich bei den Verhandlungen einen engen Zeitplan gesteckt haben.

Unterdessen hatte die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf enge Vorstandskreise berichtet, die Vorstände der zwei Banken seien sich bereits einig. Sprecher der Dresdner und der Commerzbank kommentierten den Bericht nicht.

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