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03.02.2003

13:50 Uhr

Banken erhalten nicht vollständigen Kaufpreis

Kirch-Media-Gläubiger bleiben teilweise sitzen

Die Gläubigerbanken der insolventen Kirch Media werden nach Informationen aus Branchenkreisen auch nach dem geplanten Verkauf an den Bauer-Verlag auf einem großen Teil ihrer Kredite sitzen bleiben.

HB/dpa MÜNCHEN. Von dem erhofften Verkaufserlös von rund 1,3 Milliarden Euro könnten rund 500 Millionen Euro an US-Filmstudios fließen, hieß es am Montag in München. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) stellen sich die Banken sogar darauf ein, kaum mehr als die Hälfte der Kredite zurück zu erhalten, da sich die Studios einen Vorab-Zugriff gesichert hätten. Die Bayerische Landesbank und die Hypo-Vereinsbank, die zu den großen Gläubigern der Kirch Media gehören, wollten sich nicht dazu äußern.

Der Verkauf des einstigen Herzstücks des Kirch-Imperiums soll voraussichtlich noch in dieser oder in der kommenden Woche unter Dach und Fach sein. Das neue Management der Kirch Media verhandelt seit Monaten mit dem Hamburger Bauer-Verlag über den Verkauf. Daneben ist aber auch der US-Milliardär Haim Saban sowie ein weiterer Interessent im Rennen. Die Kirch Media hatte im April 2002 als erste der Kirch-Gesellschaften Insolvenzantrag gestellt.

Saban hatte sich im Dezember vergangenen Jahres durch ein neues Angebot wieder ins Spiel gebracht. Große Chancen werden ihm zwar nicht eingeräumt. Allerdings könnte der Verkauf an ihn nach Einschätzung von Experten auf weniger Widerstand durch die Wettbewerbshüter stoßen, da er im Gegensatz zu Bauer in der deutschen Medienlandschaft bislang keine große Rolle spielt. Dem Kartellamt ist die Beteiligung des Bauer-Verlages an RTL 2 ein Dorn im Auge. Kartellamts-Präsident Ulf Böge hatte am Wochenende in einem Interview gesagt, eine Verflechtung der Senderfamilien Pro Sieben Sat1 mit der RTL-Gruppe werde als problematisch angesehen.

Das Angebot von Saban war nach Angaben aus Branchenkreisen am Montag auch Thema bei einer Sitzung des Gläubigerausschusses der Kirch Media. Durch den Kauf würde Saban auf einen Schlag eine Schlüsselrolle in der deutschen Medienbranche übernehmen. Der US- Medienunternehmer hat als Produzent von Kinderserien ein Vermögen gemacht. Er ist unter anderem der Schöpfer der populären US-Version der "Mighty Morphin Power Rangers", die in Filmen und einer Kinder-TV-Serie enorme Erfolge haben.

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