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11.07.2000

22:00 Uhr

Bankenfusion

Allianz, Commerzbank und Dresdner könnten in die erste Liga aufrücken

Auf 8 000 Milliarden Dollar beläuft sich laut Schätzungen der Markt für Vermögensverwaltung. Ein neuer Finanzriese aus Commerzbank, Dresdner und Allianz könnte bis zu 12 % von diesem Kuchen bekommen.

po DÜSSELDORF. Das Asset Management gehört zu den weltweit am stärksten expandierenden Bereichen im Finanzdienstleistungssektor. Der gesamte Markt für Vermögensverwaltung läßt sich wegen der nur unzureichenden Angaben über das Geschäft mit Spezialfonds für institutionelle Kunden sehr schwer abgrenzen. Er beläuft sich Schätzungen zufolge auf 8 000 Milliarden $; hiervon entfallen auf Europa rund ein Drittel.



Eine aggregierte Vermögensverwaltungsgesellschaft aus Commerzbank, Dresdner Bank und Allianz verfügte über rund 12 % dieser Gesamtsumme. Sie würde mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,03 Bill. $ (Ende 1999) international eine Spitzenrolle einnehmen, indem sie auf Platz zwei unter den weltgrößten Vermögensverwaltern aufstiege.



Spitzenreiter bliebe die Schweizerische Großbank UBS mit "Assets under Management" von 1,15 Bill. $. Auf den dritten Platz fiele die Investmentgesellschaft Fidelity mit einem verwalteten Vermögen von knapp 790 Mrd. $ zurück.



Allianz schafft den Sprung unter die Top 3



Der größte Teil des verwalteten Vermögens einer gemeinsamen Einheit entfiele auf die Allianz AG, München, die bereits im vergangenen Jahr mit der Übernahme des US-Vermögensverwalters Pimco, eines Spezialisten für Anleihen-Produkte, den Sprung unter die Top Ten der Vermögensverwaltungsbranche geschafft hat: Rund 647 Mrd. $ (auf eigene und fremde Rechnung) Assets under Management per Ende 1999 bedeuteten für den Versicherungskonzern Platz 6. Allerdings wäre Platz 2 sicherlich schmackhaft für die Münchner, zumal die Top 3 als strategisches Ziel vorgegeben wurde.



Ohne Pimco stand für die Allianz Ende 1999 ein verwaltetes Vermögen von 365 Mrd. $ zu Buche. Hierbei unterscheiden die Münchener zum einen zwischen den Kapitalanlagen im Versicherungsgeschäft und zum anderen dem Vermögensmanagement für Dritte und sonstigen Finanzdienstleistungen. Der Zeitwert der Kapitalanlagen im Versicherungsgeschäft war mit knapp 323 Mrd. $ der größte Posten innerhalb der Allianz-Vermögensverwaltung.



Auf das Vermögensmanagement für Dritte, das gruppenübergreifend in der Tochter Allianz Asset Management gebündelt ist, entfielen rund 28 Mrd. $, auf die Rubrik sonstige Finanzdienstleistungen zirka 14 Mrd. $.



Bei der Dresdner Bank betrug das "zur Verwaltung und Betreuung anvertraute Anlagevolumen" Ende des vergangenen Jahres rund 245 Mrd. $. Hierin sind vor allem das inländische Publikumsfondsgeschäft sowie das Geschäft mit institutionellen Kunden im deutschen und US-Markt zusammengefasst. Rund 74 % des anvertrauten Kapitals sind in Europa investiert, 22 % in den USA und Lateinamerika sowie 4 % in der Region Asien/Pazifik.



Die Commerzbank verwaltete Ende 1999 Gelder in Höhe von rund 133 Mrd. $. Der Schwerpunkt der Vermögensverwaltung der Frankfurter liegt auf dem Geschäft mit Publikums- und Spezialfonds: Auf die deutsche Investmentgesellschaft Adig entfielen gut 33 Mrd. $, auf das englische Pendant Jupiter rund 19 Mrd. $. Die amerikanische Montgomery/Martingale verwaltete Ende 1999 ein Volumen von 10 Mrd. $ und auf Spezialfonds entfielen gut 31 Mrd. $.



Sowohl für Dresdner als auch für Commerzbank böte ein Zusammengehen mit der Allianz die große Chance einer starken Präsenz auf dem amerikanischen Asset Management Markt.



Die heimischen Bankenkonkurrenten Deutsche Bank und Hypo-Vereinsbank betreuten Assets under Management von 560 Mrd. $ einschließlich Bankers Trust (Platz 7) bzw. 116 Mrd. $. Sowohl bei der Allianz als auch bei den vier Banken ist das Asset Management als Kerngeschäftsfeld bzw. Zentralstab in den Konzern eingebunden.

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