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23.07.2000

19:00 Uhr

cd DÜSSELDORF Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) wird Anteilseigner an der Hypo-Vereinsbank, sollte deren Zusammenschluss mit der Bank Austria (BA) wie angekündigt umsetzt werden. Dann würde die WestLB für ihren BA-Anteil von knapp 10 % rund 11,4 der 420,5 Mill. Aktien an dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut erhalten. Dies ergibt sich aus der gesellschaftsrechtlichen Konstruktion, auf welche sich die beiden Fusionspartner geeinigt haben. Demnach wird die BA ihren Geschäftsbetrieb vollständig in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft (Bank Austria Neu) ausgliedern. Deren Anteile werden als Sacheinlage in die Hypo-Vereinsbank eingebracht. Im Gegenzug gibt das deutsche Kreditinsititut 114 Mill. seiner Aktien, so dass Aktionäre der Wiener Bank für jede Aktie eine Hypo-Vereinsbank-Aktie bekommen.



Die WestLB ist der zweitgrößte Anteilseigner der BA, hinter der Gemeinde Wien nahen Anteilsverwaltung Zentral-Sparkassen AVZ mit 22,7 %. Rund 55 % der Anteile befinden sich in Streubesitz. Ob die WestLB ihre Beteiligung an der Hypo-Vereinsbank in Zukunft halten will, ist noch unklar. Klar scheint, dass die Landesbank sich mit der Hypo-Vereinsbank darauf verständigt hat, ihr Vorkaufsrecht für das 22,7-prozentige BA-Aktienpaket der AVZ nicht wahrzunehmen. Dieses läuft am 31. März kommenden Jahres aus. Wiederholt hatte die BA versucht, Klarheit über das zukünftige Engagement der WestLB zu erhalten. "Wir haben mehrmals um Klarstellung gebeten, doch hat man um Aufschub gebeten", sagte der Vorstandsvorsitzende der BA, Gerhard Randa, im Juni. Immer wieder hatte er betont, sein Institut gebe Partnerschaften den Vorrang vor einem Alleingang.



Ein Partner sollte insbesondere Kapital in die BA-Kasse spülen, um die finanziellen Grundlagen der Bank zu stärken. Dies gilt laut Randa als Voraussetzung für die Umsetzung der ambitionierten Internetstrategie und Wachstum, insbesondere in der Kernmärkten des Instituts in Mittel- und Osteuropa. Die BA hat von der Partnerschaft mit der WestLB profitiert. So wäre ohne deren Einstieg der Kauf der Creditanstalt nicht möglich gewesen. Schwerer sind die Vorteile für die Landesbank zu finden. Unerreicht blieb ihr strategisches Hauptziel: Das angestrebte verstärkte Geschäft in den Reformstaaten realisierte die WestLB nicht.

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