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22.02.2002

11:01 Uhr

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Bankgesellschaft verhandelt nicht mit Volksbank

Die Bankgesellschaft Berlin will ihre Tochtergesellschaft Berliner Bank nicht an die Berliner Volksbank abgeben. Die Bankgesellschaft teilte am Freitag mit, sie habe nicht die Absicht, darüber mit der Volksbank zu verhandeln.

rtr BERLIN. Zuvor hatte der Vorstand der Berliner Volksbank Interesse am Erwerb der Berliner Bank bekundet. Das Land Berlin, dass mehr als 80 % an der Bankgesellschaft hält, habe das Interesse "zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) Reuters. Der Senator bedauere, dass das Angebot öffentlich bekannt geworden sei. Der Sprecher wies zudem einen Bericht, die Risiken des Landes wegen der Übernahme der Immobilienrisiken der Bankgesellschaft beliefen sich auf mehr als 21,6 Mrd. ?, zurück. Die Berliner Bank wird derzeit als Niederlassung der Bankgesellschaft geführt. Der Konzern verfolge das Ziel, seine Retail-Marktposition in Berlin zu stärken und auszubauen. "Dabei ist die Marke Berliner Bank mit ihren Kunden ein wesentlicher Bestandteil, der nicht aufgeben wird", teilte die Bank mit. Das Interesse der Volksbank sei nicht zielführend für die Wachstumsstrategie im Privatkundengeschäft (Retail) mit den beiden Marken Berliner Bank und Berliner Sparkasse. Die Berliner Volksbank betrachtet das Filialnetz der Berliner Bank nach eigenen Angaben als hervorragende Ergänzung des eigenen Vertriebsnetzes.

Der Senat hat beschlossen, die Immobilienrisiken der Bankgesellschaft zu übernehmen. Das Abgeordnetenhaus und die EU-Kommission müssen dem noch zustimmen. Das Land rechnet nach eigenen Angaben mit einer Summe von bis zu 3,73 Mrd. ? bis 2030. Die "Berliner Zeitung" berichtete ohne Angaben von Quellen, das Risiko könne mehr als 21,6 Mrd. ? betragen. Sarrazins Sprecher sagte, Vermutungen, das Risiko könne den Betrag von 3,73 Mrd. ? unter- oder überschreiten, seien rein spekulativ.

Am Freitag sollte der Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zur Berliner Partei- und Bankenaffäre zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Die Affäre hatte im Juni zum Bruch der CDU/SPD-Koalition beigetragen.

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