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29.01.2005

15:02 Uhr

Baradei fordert in Davos stärkeres Engagement der USA

Rice setzt im Iran auf Diplomatie

Die USA sollen sich an den Verhandlungen Europas mit dem Iran um das Atomprogramm des islamischen Landes beteiligen. Das hat der Leiter der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Mohammed el Baradei, beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos gefordert.Das Engagement der USA sei von entscheidender Bedeutung.

US-Außenministerin Rice. Foto: dpa

US-Außenministerin Rice. Foto: dpa

HB DAVOS. US-Außenministerin Condoleezza Rice hält eine Lösung des Konflikts auf diplomatischem Weg für möglich. Vorbedingung sei jedoch, die Zusicherungen Teherans überprüfen zu können, sagte Rice der Zeitschrift "Figaro Magazine". "Wir müssen überprüfen können, was die Iraner tun, damit sie sich nicht mit Lügen aus der Affäre ziehen können", sagte sie. Auf die Frage, ob die USA militärisch gegen den Iran vorgehen würden, sagte Rice: "Ich glaube, wir können das auf diplomatischem Wege regeln."

Das geistige Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warnte die Europäische Union unterdessen vor "politischen Tricks" bei den Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm des Landes. Bislang habe Iran dabei auf Seiten der EU die "notwendige Bereitschaft und Ernsthaftigkeit" vermisst, sagte Chamenei am Samstag in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede in Teheran. "Wenn das so weitergeht, würden wir den Verhandlungsprozess überdenken", erklärte Chamenei in einer Versammlung aus Anlass eines religiösen Festes.

Im Streit um sein Atomprogramm hatte sich Iran in einer Vereinbarung mit der EU im vergangenen November zu einer Aussetzung der Urananreicherung bis März oder längstens Juni dieses Jahres bereit erklärt. Unterdessen gehen die Verhandlungen mit den drei EU-Ländern Großbritannien, Deutschland und Frankreich weiter.

Iran will sich von US-Drohung nicht einschüchtern lassen

Chamenei, dem in allen Staatsfragen das letzte Wort zukommt, mahnte, das EU-Trio solle sich nicht von den USA und Israel beeinflussen lassen. Sein Land werde die friedliche Nutzung der Atomenergie in jedem Fall fortsetzen und sich auch durch amerikanische Drohungen mit einem Militärschlag nicht einschüchtern lassen.

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