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03.01.2001

10:35 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Etwa 1500 Bauern und Tierschützer haben in Bayern nach Angaben der Polizei gegen die Tötung einer Rinderherde aus einem von BSE betroffenen Bauernhof protestiert. Die Polizei in Neumarkt in der Oberpfalz teilte am Mittwoch mit, vor allem Landwirte hätten sich in der Nacht vor einem Hof in Pilsach versammelt, um sich mit der betroffenen Bauernfamilie zu solidarisieren. Die Demonstranten hätten die Zufahrt blockiert und den Abtranport der zur Tötung vorgesehenen 63 Rinder um eineinhalb Stunden verzögert. Die Behörden hatten die Tötung der Herde angeordnet, nachdem bei einem Rind aus dem Bauernhof Ende Dezember ein Fall der Rinderseuche BSE nachgewiesen worden war.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die Tötung der Rinder als "hirnlose Vernichtung" ohne ethische Bedenken und jede Vernunft. Von der völlig gesunden Herde sei keine Gefahr ausgegangen, erklärte die Organisation. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gert Sonnleitner, äußerte dagegen Verständnis für die Tötung. Er könne zwar verstehen, wie sehr das Herz einer Bauernfamilie an selbst gezüchteten Rindern hänge, sagte er im Südwestrundfunk (SWR). Allerdings wolle die Öffentlichkeit wissen, ob weitere Tiere der Herde mit BSE infiziert seien. Rinderwahnsinn kann bislang nur an toten Tieren nachgewiesen werden.

In Deutschland sind seit Ende November sieben BSE-Fälle bekannt geworden, davon fünf in Bayern. Die Behörden hatten kurz vor Weihnachten bereits die Tötung einer Rinderherde von einem Bauernhofe im Oberallgäu angeordnet, auf dem bei einem Tier Rinderwahnsinn nachgewiesen worden war.

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