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28.06.2000

11:14 Uhr

Bauleistung auf 4,83 Mrd. Euro gestiegen

Hochtief gewinnt durch Auslandsgeschäft

Der Essener Baukonzern Hochtief AG hat in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wegen eines florierenden Auslandsgeschäfts deutlich zugelegt.

Reuters/dpa ESSEN. Vorstandschef Hans-Peter Keitel sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Essen laut Redetext, Hochtief erwarte auch in diesem Jahr trotz unverändert schwieriger Baukonjunktur im Inland ein "gutes Ergebnis". Die Bauleistung sei in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf 4,83 Mrd. Euro gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Anstieg um 93,7 %. Der Zuwachs gehe im Wesentlichen auf das Auslandsgeschäft zurück. Für das Gesamtjahr peile Hochtief eine Bauleistung von über zehn Mrd. Euro an, bekräftigte er.

Der Hochtief-Chef kündigte die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens im Bereich E-Business an. Zusammen mit den internationalen Konzernen Amec (Großbritannien), Bovis Lend Lease (Großbritannien, USA, Australien) und Skanska (Schweden) solle so eine Einkaufsleistung von fast 40 Mrd. Euro gebündelt werden, sagte Keitel.

Auch der Auftragseingang sei in den ersten fünf Monaten 2000 um 113 % auf 5,99 (2,8) Mrd. Euro gestiegen, sagte Keitel. Dies gehe vor allem auf die Übernahme der US Turner Corp-Baufirma im September vergangenen Jahres zurück. Ohne Turner betrage das Plus 27 %. "Mit unserer Auftragsentwicklung sind wir sehr zufrieden, auch wenn wir uns angesichts des schwachen deutschen Baumarkts auf das Ausland verlassen mussten", fügte der Chef der zum Essener RWE-Konzerns gehörenden Gesellschaft hinzu. Keitel verwies darauf, dass sich der Auftragseingang im Inland in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf 1,24 (1,55) Mrd. Euro verringert habe, was einem Minus von 19,7 % entspreche.

Auch beim Auftragsbestand dominiere bei Hochtief weiter das Auslandsgeschäft. Keitel sagte, in den ersten fünf Monaten 2000 sei der Auftragsbestand insgesamt auf 12,09 (6,91) Mrd. Euro gestiegen. Davon entfielen nach Angaben des Konzerns aber nur 2,97 (3,53) Mrd. Euro auf das Inland, während der Auftragsbestand im Ausland um 169 % auf 9,11 Mrd. Euro geklettert sei. "Der Baumarkt Deutschland ist in einer katastrophalen Verfassung", sagte Keitel und verwies darauf, dass die Bauinvestitionen im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1991 gesunken sei. Man müsse davon ausgehen, dass "die klassische Bauleistung in Deutschland auch bei günstigen Rahmenbedingungen auf lange Sicht nicht nennenswert zunehmen wird."

1999 hatte Hochtief Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 301 (Vorjahr 250) Mill. Euro. Nach Steuern wurde ein Ergebnis von 205 (187) Mill. Euro erzielt. Hochtief ist gemessen an der Leistung der größte Baukonzern in Deutschland. Hauptaktionär ist die RWE AG.

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