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14.03.2003

21:02 Uhr

Bayer auf 13-Jahrestief

Dax überspringt 2400-Punkte-Marke

Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Freitag die 2400-Punkte-Marke übersprungen. Das Börsenbarometer hatte im Handelsverlauf bereits die Verluste der gesamten Handelswoche wettgemacht, dann drückten jedoch Minuszeichen an der Wall Street auf die Stimmung.

HB/dpa FRANKFURT/M. Der Dax schloss mit plus 2,08 Prozent auf 2403,19 Zählern. Der MDax legte um 1,42 Prozent auf 2748,80 Punkte zu. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 um 2,88 Prozent und ging bei 333,77 Punkten aus dem Handel.

Die derzeit stattfindende Erholung sei auf Deckungskäufe von Anlegern zurückzuführen, die auf weiter sinkende Kurse gesetzt hätten, sagte ein Händler. Eine "Korrektur, die einfach fällig war", nannte ein anderer die Kursgewinne. Nachhaltig werde es nicht nach oben gehen. "Der Irak bleibt weiter Gesprächsthema Nummer eins, und die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat wurde nur verschoben."

Die Regierungserklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte keinen Einfluss auf das Geschehen in den Handelsräumen. "Die wichtigsten Eckpunkte von Schröders Reformrede waren schon im Voraus bekannt", sagte Raed Mustafa, Händler bei der Baden Bank. -Württembergischen Die Rede habe keine großen Überraschungen enthalten, auf die die Börse hätte reagieren können.

Europaweit gefragt waren Versicherer. Die Papiere der Münchener Rück setzten sich mit plus 11,26 Prozent auf 76,50 Euro an die Spitze im Dax. Allianz kletterten 2,91 Prozent auf 59,71 Euro. AMB Generali setzten sich mit plus 12,57 Prozent auf 35,01 Euro an die Spitze im MDax. Hannover Rück verbesserten sich um 9,86 Prozent auf 19,95 Euro. In Paris führten die Papiere der Axa den CAC-Index der 40 Standardwerte an, gefolgt von den Aktien des Versicherers AGF. "Auf die Versicherer wurde hart eingeprügelt. Daher haben sie großes Erholungspotenzial", sagte Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba in Frankfurt.

Auch Technologiewerte verzeichneten in ganz Europa Kursgewinne. In Frankfurt verbesserten sich Infineon um 5,55 Prozent auf 6,85 Euro. Die Papiere des französisch-italienischen Chipherstellers STMicro zogen in Paris um 9,89 Prozent auf 18,22 Euro an. SAP verbesserten sich nach dem Wechsel des Unternehmensgründers Hasso Plattner in den Aufsichtsrat um 4,37 Prozent auf 76,01 Euro.

Am anderen Ende des Kurszettels fanden sich Autowerte wieder. Der zweitgrößte Autohersteller der Welt, die Ford Motor Co, hatte am Vortag angekündigt, ihre Produktion in Nordamerika um 17 Prozent zurückzufahren. Analysten werteten dies als Hinweis auf eine schwächere Automobilnachfrage. DaimlerChrysler verloren 1,77 Prozent auf 25,53 Euro, Volkswagen 1,67 Prozent auf 29,50 Euro. BMW legten dagegen 2,99 Prozent auf 23,45 Euro zu. In Paris waren Renault, Peugeot und Michelin die Schlusslichter unter den Standardwerten, in Italien Fiat und Pirelli.

Die Aktie des Chemie- und Pharmaunternehmens Bayer verlor 4,79 Prozent auf 10,33 Euro und notierte zeitweise auf 9,96 Euro. Dies sei der tiefste Stand seit rund 13 Jahren gewesen, sagte ein Händler.

An der Wall Street schwankte der Dow Jones Industrial Average nach einem freundlichen Start um den Vortagesschluss. Die Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen waren mit Enttäuschung aufgenommen worden. Der Nasdaq Composite verlor um 0,43 Prozent auf 1334,98 Punkte, der S&P 500 gab um 0,11 Prozent auf 830,97 Punkte nach.

Die freundlichen Aktienmärkte gingen zu Lasten der Renten: Der Rex verlor 0,51 Prozent auf 118,72 Punkte. Der Bund Future sank um 0,43 Prozent auf 114,75 Punkte. Die Umlaufrendite stieg auf 3,76 (Donnerstag: 3,63) Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0775 (Donnerstag: 1,0864) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9281 (0,9205) Euro.

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