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13.01.2002

19:18 Uhr

Bayer erwartet Geschäftserholung

Bayer: Sammelklage von Deutschen in USA unzulässig

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer geht nach eigenen Angaben davon aus, dass amerikanische Gerichte die Einbeziehung von Deutschen in eine mögliche Sammelklage gegen das Unternehmen zurückweisen.

Reuters LEVERKUSEN. Bayer halte den Versuch deutscher Kläger, einen ausländischen Gerichtsstand auszuwählen, für unzulässig, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Am Freitag hatte der Münchener Rechtsanwalt Michael Witti angekündigt, in den USA eine Sammelklage gegen Bayer wegen möglicher tödlicher Nebenwirkungen des Cholesterin-Senkers Lipobay einzureichen. Damit sollten die Rechte der deutschen Geschädigten nach den Worten Wittis gesichert werden. Im August hatte Bayer das Medikament Lipobay wegen ungeklärter Todesfälle von Patienten vom Markt genommen. Bayer-Chef Manfred Schneider sagte unterdessen in einem Zeitungsinterview, er erwarte eine Geschäftserholung in 2002.

Lipobay sei in verschiedenen Dosierungen nach entsprechenden Zulassungen durch die nationalen Behörden und durch unterschiedliche Bayer-Gesellschaften in den einzelnen Ländern vermarktet worden, teilte Bayer weiter mit. Streitigkeiten zwischen deutschen Staatsangehörigen und einem deutschen Unternehmen seien vor deutschen Gerichten auszutragen. Dieses Prinzip werde auch durch das amerikanische Recht anerkannt. Daher würden die US-Gerichte entsprechende Klagen zurückweisen.

Der Münchener Rechtsanwalt Witti hatte am Freitag gesagt, die in den USA bereits mehr als 150 anhängigen Schadenersatzklagen würden bei einem Gericht in den USA konzentriert. Weltweit werden mehr als 50 Todesfälle mit Lipobay in Verbindung gebracht. Bayer hatte jedoch betont, dass es bislang keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments mit diesen Fällen gebe. Zudem habe der Konzern die zuständigen Behörden rechtzeitig benachrichtigt. Die Klagen hält Bayer für unbegründet.

Bayer erwartet Geschäftserholung

Bayer erwartet unterdessen nach Worten seines Vorstandschefs Manfred Schneider in diesem Jahr eine Erholung der Geschäfte. "2002 wird schon einiges besser werden", sagte Schneider in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Berliner Tagesspiegel (Montagausgabe). "Unter der Voraussetzung, dass wir eine echte wirtschaftliche Belebung haben, werden unsere Gewinne in 2003 wieder deutlich steigen - und dann sicher auch der Börsenkurs." Das Unternehmen ist nach Angaben eines Sprechers vom Sonntag zufolge auch zuversichtlich, in der kommenden Zeit eine Kooperation im Pharmabereich bekannt geben zu können. Ob dies vor dem geplanten US-Börsengang von Bayer am 24. Januar passieren werden, wollte er aber nicht sagen. Das Unternehmen stehe unter keinem besonderen Zeitdruck.

Vergangene Woche hatte Schneider in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, Gespräche über Partnerschaften im Arbeitsbereich Gesundheit seien in einem Fall bereits weit fortgeschritten. Weitere Einzelheiten hatte er allerdings nicht genannt.

Am Freitag hatte die Bayer-Aktie den Handel 2,75 Prozent tiefer bei 37,18 Euro beendet.

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