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24.02.2002

19:00 Uhr

Bayern kritisiert Verteilung der Bundeszuschüsse

Transrapid bleibt in der Schwebe

Trotz der Finanzzusage des Bundes für die beiden Transrapid-Strecken in Nordrhein-Westfalen und Bayern bleibt die Zukunft der Magnetschwebebahn in Deutschland ungewiss. Sowohl in der Industrie als auch bei den Grünen wurden am Wochenende Zweifel an der Realisierung der Projekte angemeldet.

ink/HB BERLIN/DÜSSELDORF. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) hatte zuvor bekannt gegeben, dass der Bund für die Strecke Düsseldorf-Dortmund 1,75 Mrd. Euro und für die Flughafen-Anbindung München 550 Mill. Euro zuschießen will. Damit übernehme der Bund bei beiden Strecken etwas über die Hälfte der jeweiligen Baukosten, sagte Bodewig. Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) beklagte eine Bevorzugung der SPD-Landesregierung in Düsseldorf und forderte, Bayern müsse ein Drittel der Bundeszuschüsse erhalten.

Sowohl Bodewig als auch Industrievertreter sprachen offiziell von einem positiven Signal. Der Transrapid sei ein Symbol für die Leistungsfähigkeit des Standortes Deutschland und müsse deshalb auch hier zu Lande gebaut werden.

Allerdings gab es aus Kreisen bei Thyssen-Krupp, das mit Siemens zusammen die Magnetschwebebahn bauen will, auch skeptische Stimmen. Als Referenzstrecke wäre eine Verbindung der Flughäfen Düsseldorf, Köln und Frankfurt besser gewesen, hieß es. Auch wegen des politischen Gegendrucks sieht man bei Thyssen-Krupp beide Projekte noch als keineswegs sicher an. Unklar ist etwa, wie die beiden Länder die Restfinanzierung aufbringen wollen.

"Es ist ärgerlich, dass das Konsortium nicht bereit ist, Risiken zu übernehmen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Albert Schmidt, dem Handelsblatt. "Legen die Länder keine überzeugenden Pläne vor, sind beide Projekte tot." Denn der Bund habe bisher nur "virtuelle" Zusagen gemacht. Das Parlament entscheide nach der Bundestagswahl im September, ob und wie das Geld für den Transrapid in den Haushalt 2003 eingestellt werde.

Am Wochenende berichtete das Magazin "Focus", der geplante Bau der Transrapid-Strecke Peking-Schanghai sei in Gefahr. Der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji habe die Zusammenarbeit mit Thysssen-Krupp kritisiert, hieß es.

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