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23.01.2003

15:10 Uhr

Beckenbauer warnt vor Leichtsinn

Kahn „brennt“ auf den Titel

Kapitän Oliver Kahn hat seine Kollegen vom FC Bayern München drei Tage vor dem Rückrundenstart auf Titelkurs eingeschworen und Bedenken von Franz Beckenbauer als unnötig zurück gewiesen. "Unser hauptsächliches Ziel ist der deutsche Meistertitel", sagte Kahn am Donnerstag in München.

HB/dpa MÜNCHEN. "Da brennen wir drauf. Das muss man jetzt spüren, in jeder Phase des Trainings, in der Spiel- Vorbereitung muss man merken, dass wir dieses Ziel hundertprozentig erreichen wollen", sagte der Nationaltorwart. Aussagen von Präsident Beckenbauer, wonach die Bayern ihren Vorsprung aus Leichtsinn verspielen könnten, widersprach Kahn energisch: "Wir sind nicht so dumm, um zu glauben, dass man mit sechs Punkten Vorsprung irgendetwas schon erreicht hat."

Auch Mittelfeldspieler Michael Ballack glaubt fest an den 18. Titelgewinn des Fußball-Rekordmeisters. "Wenn wir unser Spiel spielen und unsere Leistung bringen, gehe ich davon aus, dass wir deutscher Meister werden. Einlullen lassen wir uns sowieso nicht", sagte der "Fußballer des Jahres". Schon die Partie am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach hält Kahn für wegweisend. "Das Spiel ist das entscheidende für die Rückrunde." Die Konkurrenz aus Dortmund fürchtet der "Welttorwart des Jahres" nicht. "Ich denke, dass Dortmund jedes Jahr den Anspruch haben muss, deutscher Meister zu werden. Das ist uns wurscht. Wir haben einen Vorsprung und können uns voll auf uns konzentrieren", sagte er.

Auf dem Weg zur Meisterschaft sieht Präsident Franz Beckenbauer dagegen die Gefahr des Leichtsinns und glaubt nicht an einen Alleingang des Bundesliga-Spitzenreiters. "Im Gegenteil. Ich kenne die Bayern ein bisschen. Wenn es ihnen zu wohl und der Vorsprung zu kommod wird, werden sie leichtsinnig", sagte der Präsident in einem Interview des Fußball-Fachmagazins "kicker" (Donnerstag-Ausgabe). In der Tabelle führen die Münchner mit 39 Punkten und einem Vorsprung von sechs Zählern vor Borussia Dortmund und Werder Bremen (33).

Gleichzeitig befürchtet Beckenbauer Probleme, weil das in den Vorjahren praktizierte Rotationsprinzip auf Grund fehlender Champions-League-Einsätze nicht mehr nötig ist. Das bringe in der Mannschaft "nicht Ärger, aber Unzufriedenheit. Das reicht schon", so der Aufsichtsratsvorsitzende der Bayern-AG. Die Gefahr der Unzufriedenheit im Kader sieht auch Kahn. "Das ist natürlich ein Problem, dass man nicht mehr so viel die Möglichkeit hat zur Rotation. Dass da Unzufriedenheit innerhalb der Mannschaft aufkommen kann, das ist logisch", sagte der Torhüter.

Ohne die Belastung aus der Champions League ergibt sich für den Rekordmeister ohnehin eine ungewohnte Ausgangslage vor dem Start der Rückrunde. "Das ist eine völlig andere Situation, physisch und psychisch. Du bist zwei, drei Klassen besser drauf", hofft Kahn auf zusätzliche Kräfte. Beim Training am Donnerstag fehlte neben Roque Santa Cruz (Innenbandriss) und Hasan Salihamidzic (Kreuzbandriss) nur der grippekranke Sammy Kuffour. Die Rekonvaleszenten Sebastian Deisler und Willy Sagnol absolvierten das komplette Programm.

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