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30.05.2000

12:03 Uhr

dpa BELFAST/LONDON. Die Minister der nordirischen Regionalregierung haben am Dienstag ihre Arbeit wieder aufgenommen. Um Mitternacht hatte die Regierung in Belfast ihre im Februar ausgesetzten Befugnisse von der britischen Regierung in London zurückbekommen. Seamus Mallon, der Stellvertreter des Ersten Ministers David Trimble, zeigte sich bei der Wiederaufnahme seiner Amtsgeschäfte am Dienstagmorgen zuversichtlich, dass die Regierung diesmal mehr Erfolg haben wird.

Die katholisch-republikanische Untergrundorganisation IRA werde ihr Entwaffnungszusage einhalten, sagte Mallon von der katholisch- sozialdemokratischen SDLP. Das Risiko eines Gesichtsverlustes sei sonst viel zu groß. Jetzt müssten katholische und protestantische Parteien gemeinsam an einer besseren Zukunft für Nordirland arbeiten.

Die Regionalregierung war im Februar nach nur zwei Monaten von der Zentralregierung in London suspendiert worden. Hintergrund war ein Streit um die Entwaffnung der IRA. Die protestantischen Ulster Unionisten wollten erst dann wieder mit der IRA-nahen Partei Sinn Fein regieren, wenn die IRA mit der Abgabe ihrer Waffen begonnen hatte. Das verweigerte die ehemalige Terrorgruppe jedoch.

Nach langer Vermittlung des britischen Premierministers Tony Blair und des irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern kam schließlich ein Kompromiss zu Stande: Die IRA hat zwar noch nicht mit ihrer Entwaffnung begonnen, sie versprach aber, ihre Waffen "vollständig und nachweislich" auszumustern und ihre Waffenlager regelmäßig kontrollieren zu lassen. Daraufhin entschloss sich die Ulster Unionist Party am Samstag mit knapper Mehrheit, die Regierungsarbeit mit Sinn Fein wieder aufzunehmen.

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