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20.06.2000

10:10 Uhr

Bei der Marktkonsolidierung will Esprit auf der Gewinnerseite stehen

Modekonzern will beim Börsengang bis zu 254 Millionen Euro einnehmen

Modeaktien haben sich in der Vergangenheit nicht gerade als die Renner in den Depots erwiesen. Esprit will dazu beitragen, dass sich das ändert. Das Unternehmen plant ein hohes Expansionstempo bei guten Margen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

hof FRANKFURT/M. Ein hoher Bekanntheitsgrad von 86 % und eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren sind die Pfründe, mit denen die Esprit Europe AG, Tochter der Hongkonger Esprit Holding, beim Börsengang wuchern will. Dabei setzt das Unternehmen für die Zukunft nicht in erster Linie auf eine starke Belebung des Modemarktes insgesamt, sondern auf dessen Konsolidierung. "In den kommenden Jahren wird es zu dramatischen Veränderungen auf diesem stark fragmentierten Markt kommen. Einige der Großen werden sich durchsetzen und wir wollen dazu gehören", sagte der Vorstandsvorsitzende Heinz-Jürgen Krogner-Kornalik am Montag in Frankfurt.

Um die Chance, die sich aus der Konsolidierung ergeben, nutzen zu können, wird das Mode- und Lifestyleunternehmen Aktien im Wert von maximal 254,15 Mill. EUR an den Markt bringen. Sie stammen überwiegend aus einer Kapitalerhöhung. Dennoch kann das Unternehmen nicht vollständig über den Betrag verfügen, denn mit einem Teil des Erlöses will Krogner-Kornalik Kredite der Muttergesellschaft zurückzahlen. Insgesamt standen in der Bilanz zum 31. März Verbindlichkeiten gegenüber verbunden Unternehmen von 117,2 Mill. EUR. Der Vorstandschef betont allerdings, dass das Unternehmen danach schuldenfrei sei und somit bei Bedarf auf Bankkredite zurückgreifen könnte. Die Abhängigkeit von der asiatischen Mutter bleibt jedoch durch deren 70 %-Anteil bestehen.

Für die Intensivierung des eigenen Auftritts in den Ländern Deutschland, Benelux, Österreich und Frankreich sowie in Skandinavien bleibt nach Meinung von Krogner-Kornalik genügend Spielraum. Nach 441 Mill. EUR Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 1998/99 (30.6.) soll das Unternehmen im bald endenden Jahr auf 560 Mill. EUR und im folgenden Jahr auf über 700 Mill. EUR wachsen. Die Marge, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen, die in ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bei gut 10 % lag, soll sich dabei deutlich dynamischer entwickeln. Konkrete Zahlen dazu waren vom Konsortialführer Goldman Sachs nicht zu erhalten. Im Gegensatz zu den institutionellen Anlegern, denen die Studien der Analysten zur Verfügung gestellt wurden, sperrt sich Goldman Sachs gegen die Herausgabe der Studien zur Information der privaten Anleger. Vom Vorstandschef war allerdings zu erfahren, dass Esprit Europe "den Umsatz in drei Jahren verdoppeln will". Dann könne der Titel auf eine Aufnahme in den M-Dax hoffen.

Vorerst will sich Krogner-Kornalik auf die Stammmärkte beschränken und dort eine starke Position erreichen. Denkbar sei danach eine Expansion nach Großbritannien oder auch Osteuropa. Neben dem Ausbau der firmeneigenen Ladenkette will Esprit auch im Bereich Shop-in-Shop wachsen. Außerdem soll der hohe Bekanntheistgrad auch für Produkte rund um den Bekleidungsbereich besser genutzt werden. In den ersten drei Quartalen des Jahres wurden 53 % der Umsätze mit Damenbekleidung erzielt.

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