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23.01.2003

14:36 Uhr

Bei Herren greift Agassi nach viertem Titel

Melbourne sieht den nächsten „Sister-Act"

Williams-Festspiele, fünfter Akt: Die Familien-Saga im Damen-Tennis wird bei den Australian Open fortgeschrieben. Die beiden weltbesten Spielerinnen stehen sich am Samstag (03.30 Uhr MEZ) in Melbourne zum vierten Mal nacheinander und zum fünften Mal insgesamt im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers gegenüber. Nach einer Aufholjagd im Stil eines Champions steht dem "Serena Slam" nur noch Schwester Venus im Weg.

Serena Williams drehte das Spiel gegen Kim Clijsters noch um. Foto: dpa

Serena Williams drehte das Spiel gegen Kim Clijsters noch um. Foto: dpa

HB/dpa MELBOURNE. Serena wehrte am Donnerstag gegen die Belgierin Kim Clijsters zwei Matchbälle ab und siegte nach einem 1:5-Rückstand im dritten Satz noch 4:6, 6:3, 7:5. Venus absolvierte das zweite amerikanisch- belgische Duell vergleichbar leicht und locker und greift nach dem 6:3, 6:3 gegen Justine Henin-Hardenne wie ihre Schwester nach dem fünften Grand-Slam-Titel.

Serena Williams kann mit einem Sieg am Samstag als dritte Spielerin nach Martina Navratilova (1983/84) und Steffi Graf (1993/94) alle vier Grand-Slam-Turniere in Serie gewinnen - wenn auch nicht als Grand Slam binnen einen Jahres. Das haben bisher nur die Amerikanerin Maureen Connolly (1953), die Australierin Margaret Court (1970) und Steffi Graf geschafft, die 1988 überdies Olympia-Gold holte und einzige Siegerin des so genannten Golden Slam ist. Am Donnerstag verfolgte sie live den Final-Einzug von Ehemann Andre Agassi beim 6:2, 6:2, 6:3 über den Südafrikaner Wayne Ferreira.

"Wir lieben es, gegeneinander zu spielen", meinte Serena Williams zum Damen-Endspiel mit Ansage und nahm die für den Rest der Tennis- Welt Einzug gehaltene Langeweile gelassen hin. Vier Finals nacheinander mit denselben Spielerinnen hat es in der Grand-Slam- Historie bisher nicht gegeben. Für beide ist es die erste Finalteilnahme in Australien, das erste Familien-Endspiel hatten sie bei den US Open 2001 absolviert, als sich Venus letztmals durchsetzte. Insgesamt steht die Bilanz 5:5.

"Venus spielt bei diesem Turnier besser. Ich muss irgendetwas aus dem Hut zaubern, um mein Niveau noch zu steigern", meinte Serena nach ihrem Zittersieg gegen Kim Clijsters. "Ich hatte großes, großes Glück. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe." Kim Clijsters erklärte es: "Bei den Matchbällen hat sie etwas riskiert. Respekt. Deswegen ist sie die Nummer eins." Venus Williams setzte sich dank ihres besseren Aufschlages und stärkerer Returns durch. "Hoffentlich wird es diesmal anders als bei den letzten drei Finals. Ich muss mich konzentrieren und wenige Fehler machen", sagte die 22-Jährige.

Erneut nur einen Kurzauftritt hatte Andre Agassi. Der Sieger von 1995, 2000 und 2001 zog in sein viertes Finale von Melbourne ein, wo er am Sonntag gegen Rainer Schüttler oder US-Landsmann Andy Roddick seinen achten Grand-Slam-Titel anvisiert. Gegen Ferreira gewann der 32-Jährige auch das elfte Duell und gab bisher nur einen Satz ab.

Steffi Graf scheint noch nicht endgültig von einem Mixed-Start mit Agassi bei den French Open überzeugt, falls ihr Ehemann die Australian Open zum vierten Mal gewinnen sollte. "Wir haben das irgendwann im Scherz gesagt. Mal schauen, mal schauen", sagte die 33- Jährige am Donnerstag schmunzelnd der dpa. Agassi hatte die Wette erstmals am Dienstag erwähnt. "Das war nicht abgesprochen", meinte Steffi Graf dazu. Agassi bekräftigte, an der Wette festhalten zu wollen. Jeder aus seiner Gruppe müsse bei einem Sieg etwas tun: Trainer Darren Cahill lasse sich eine Glatze rasieren, Fitness-Coach Gil Reyes werde die erste Margherita seines Lebens trinken.

Lob hatte Steffi Graf für Rainer Schüttler übrig: "Das ist toll. Ich freue mich natürlich für's deutsche Tennis. Ich schaue vor Turnierbeginn immer, wie viele deutsche Teilnehmer dabei sind." Schüttler zog sich am Donnerstag zurück und bereitete sich in aller Ruhe auf sein erstes Grand-Slam-Halbfinale am Freitag (09.30 Uhr MEZ) gegen den Amerikaner Andy Roddick vor. Dessen Fünf-Stunden-Match gegen den Marokkaner Younes El Aynaoui verfolgte der Hesse bis zum Ende weit nach Mitternacht im Fernsehen. "Roddick soll erstaunlich fit sein und schon wieder trainiert haben", sagte Schüttlers Trainer Dirk Hordorff am Donnerstagmorgen. Die größere psychische Belastung für den 20-Jährigen werde am Ende nicht Ausschlag gebend sein.

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