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12.01.2001

12:26 Uhr

Bei Labortests Hirn- und-Rückenmark-Material gefunden

Verbotene Zutaten in Kalbsleberwurst

In mancher Kalbsleberwurst sind verbotenerweise Teile des Zentralen Nervensystems (ZNS) von Tieren enthalten, wie das Magazin "Öko-Test" in Frankfurt am Main am Freitag vorab berichtete.

ap FRANKFURT/MAIN. Zum ZNS zählen vor allem Hirn und Rückenmark, von denen eine hohe Gefahr der Übertragung des BSE-Erregers ausgeht. Das Magazin berichtete, es könne nach Labor-Untersuchungen nur 84 von 101 getesteten Kalbsleberwürsten ohne Einschränkung empfehlen. In fünf Proben seien ein bis vier Gewichtsprozent Risiko-Material gefunden worden.

Die seien deutliche Mengen, hieß es. Die betreffenden Würste seien angesichts des BSE-Risikos "nicht empfehlenswert" . In weiteren zehn Kalbsleberwürsten seien Spuren gefunden worden, also Mengen am Rande der Nachweisgrenze. Dies lasse auf Nachlässigkeit bei der Wurstherstellung schließen. Die untersuchte Wurst stammte aus Metzgereien und Supermärkten in Frankfurt am Main, Leipzig und Süddeutschland. Es handelte sich zum Teil um Frischware von der Fleischtheke, zum Teil um in Folie eingeschweißte oder Konservenware.

Das Labor konnte dem Bericht zufolge nicht unterscheiden, ob das entdeckte ZNS-Material vom Rind oder Schwein stammte. Dies sei aber ohne Bedeutung, "denn Hirn und Rückenmark sind in Kalbsleberwurst nicht zulässig", hieß es. "ZNS vom Rind kann BSE-infiziert sein. Für ZNS vom Schwein ist dieses Risiko nicht ausgeschlossen. BSE-belastetes Fleisch kann beim Menschen zur tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit führen."

"Da der Kalbsleberwurst angeblich auch schon seit Jahrzehnten kein Hirn mehr zugemischt wird, dürfte sich darin somit keine Spur von Risikogewebe finden", erklärte "Öko-Test". Das fettreiche Gewebe sei früher verwendet worden, um der Kalbsleberwurst die nötige Cremigkeit zu verleihen. Dies werde heutzutage maschinell besorgt.

Ansonsten wurden in den Wurstproben übliche erlaubte Zutaten gefunden - Muskelfleisch, Fett- und Bindegewebe, Leber, Gewürze und in sehr geringen Mengen Blutgefäße, Nervenfasern und Lungengewebe, sowie gelegentlich geringe Spuren von Knorpel- und Knochensplittern. Zwei Frischwaren-Proben wiesen hohe Keimzahlen auf.

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