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17.01.2002

15:34 Uhr

Bei Mutation des Virus jedoch unwirksam

Impfstoff hilft gegen Aids

Einen neuen vielversprechenden Aids-Impfstoff haben Forscher der Merck Research Laboratories in West Point, Pennsylvania, entwickelt. Der Impfstoff, der speziell für HIV und SIV entwickelt wurde - ein Virus, das Affen infiziert -, verhinderte die tödliche Vermehrung der Viren.

hsn DÜSSELDORF. Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: eine einzige Mutation des Virus hebelt den Impfschutz wieder aus. Die Ergebnisse wurden in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature publiziert. Ob der Impfstoff bei Menschen ebenso wirksam ist wie bei Affen liegt noch im Dunkeln. Die Impfung basiert auf dem Prinzip, die zelluläre Impfantwort zu stimulieren. Dabei wird das Virus mit einem bestimmten Gen geimpft. Während bei der älteren Methode DNA mit dem Gen für das Viren-Protein Gag in einem Plasmid injiziert wurde, verwendet das Team aktuell einen Adeno-Virus als Überträger.

Ebenso wie jene Impfung, die bereits im Fachblatt Science im Oktober 2000 als gut funktionierend beschrieben wurde, "stellt sich aber auch bei der neu präsentierten Impfung die gesamte Impfstrategie in Frage", so Jeffrey Lifson von National Cancer Institute in Frederick, Maryland. Theoretisch könnte eine derartige Impfung den Beginn der Aids-Erkrankung verzögern und das Risiko der HIV-Verbreitung herabsetzten. Um in der Praxis bestehen zu können, müssten Impfungen aber dauerhafte und breitgefächerte Immunantworten auslösen. Beide Arme des Immunsystems, sowohl Zellen als auch Antikörper, müssten aktiviert werden. Derzeit setze man nur auf die Stimulierung der zellulären Immunantwort, da sich die Entwicklung von Impfstoffen zur Stimulierung einer wirksamen Antikörperproduktion als schwierig herausgestellt hat.

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