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04.02.2002

15:11 Uhr

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Beim Mittelstand macht E-Learning noch halt

VonMichael Drosten (Handelsblatt.com)

Während kleine und mittlere Unternehmen dem E-Learning noch skeptisch gegenüber stehen, sind die meisten großen schon "drin".

DÜSSELDORF. Die lernende Organisation ist das Wunschkind der Unternehmen. Für Träumereien allein ist allerdings keine Zeit mehr. Denn die Halbwertzeit von Wissen sinkt schneller als oftmals die strategischen Weichen gestellt werden. In dauerhafte Weiterbildungsangebote werden zwar Milliardensummen investiert, doch Wissen ist nach wie vor nicht ausreichend selektiert, vernetzt und auf Abruf verfügbar. All das, worauf Wissens-Manager und Marketingleiter so sehnsüchtig warten, soll durch E-Learning - das versprechen zumindest die Anbieter - greifbar werden.

Tragendes Argument für die Installation des computergestützten Lernens, heißt es, sei das enorme Einsparpotenzial gegenüber traditionellen Weiterbildungsmaßnahmen. Eine Analyse der Stuttgarter Unternehmensberatung stützt diese Meinung. Beispiel: Inhouse-Veranstaltungen via Web sind 50 bis 60 Prozent kostengünstiger als Präsenzseminare, sagen die Berater. Der ökonomische Vorteil sei trotz Anfanginvestitionen wie Internetzugang oder E-Learning-Plattform offensichtlich.

Vor allem die Großen im Markt geben dem recht und scheuen nicht das Startkapital für virtuelle Klassenzimmer. Wie die aktuelle Studie "elearning und Wissensmanagement" der unicmind.com AG dokumentiert, setzen bereits 88 Prozent der Top 500 Unternehmen in Deutschland E-Learning ein. Allerdings fallen in der wissenschaftlichen Definition darunter auch CBT?s und Schulungsvideos. Immerhin 25 Prozent nutzen das Web Based Training.

Wie die von der Privaten FH Göttingen durchgeführte Befragung weiter zeigt, will knapp die Hälfte der Unternehmen zukünftig Produktschulungen via Internet durchführen. Derzeit bestimmen der Studie zufolge noch vorwiegend Softwareschulungen und andere IT-Themen das E-Learning-Angebot. Vorteile sehen die befragten Unternehmen vor allem in der Chance zur Kostenreduktion, gefolgt von der Geschwindigkeit der Wissensverbreitung und-Aktualisierbarkeit.

Erstaunlich ist, dass der relativ starken Verbreitung von E-Learning in der Aus- und Weiterbildung kaum klar definierte Budgetposten gegenüber stehen. Nur 42 Prozent haben davon eine klare Vorstellung.

Kleinere und mittlere Unternehmen stehen dem Internet in Sachen Weiterbildung skeptischer gegenüber. Sie erkennen zwar die Potenziale von E-Learning, die wenigsten setzen es aber ein. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Web Based Training in kleinen und mittleren Unternehmen" von der Staatskanzlei Nordrhein Westfalen, die das Adolf Grimme Institut in Mar, die Michel Medienforschung und Beratung (MBB) in Essen und das Institut für Medien und Kommunkation in Recklinghausen durchführten.

Barrieren liegen der Umfrage nach in der geringen Zahl hochwertiger Produkte, mangelnder Produktinformation und einer kaum vorhandenen Markttransparenz. Anerkannte Qualitätsnachweise wie Gütesiegel würden von den KUM begrüßt. Da hat die Anbieterseite offenbar noch deutlichen Nachholbedarf.

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