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20.06.2000

16:19 Uhr

hst STOCKHOLM. Der bereits hohe Benzinpreis könnte bereits in Kürze weiter anziehen, wenn sich der Arbeitskonflikt in der norwegischen Ölindustrie ausweitet. Und das, obwohl die Organisation erdölproduzierender Länder (Opec) am Mittwoch in Wien vermutlich eine weitere Erhöhung der Fördermengen zur Stailisierung der Preise beschließen wird.

Der Grund ist die Zuspitzung eines Tarifkonflikts auf einigen norwegischen Ölplattformen, wo sich seit elf Tagen knapp 200 Arbeiter im Ausstand befinden. Sie fordern die Senkung des Pensionsalters von 62 auf 57 Jahre. Die großen Ölkonzerne in Norwegen haben angekündigt, von Freitag nacht an sämtliche 2 640 Beschäftigten auf allen norwegischen Ölplattformen im Nordatlantik auszusperren, sollten die festgefahrenen Verhandlungen bis dahin nicht erfolgreich abgeschlossen worden sein.Dadurch würde die gesamte Förderung des zweitgrößten Ölexporteurs der Welt zum Erliegen kommen.

Norwegen, das nicht der Opec angehört, produziert täglich rund 3,2 Mill. Barrel Rohöl mit einem Wert von etwa 700 Mill. nkr (162,8 Mill. DM). Bisher ist die Fördermenge durch den Streik der Plattformarbeiter um täglich etwa 225 000 Barrel gesunken. Die großen in- und ausländischen Ölkonzerne haben die Regierung in Oslo zum Eingreifen aufgefordert.

Der sozialdemokratische Ministerpräsident Jens Stoltenberg wollte sich am Dienstag noch nicht festlegen, ob der Arbeitskonflikt per Gesetz unterbunden werde. Seit 1 952 haben norwegische Regierungen bereits 92 Streiks in der Ölindustrie und im Gesundheitswesen untersagt und sich dabei immer wieder Kritik vom internationalen Gewerkschaftsdachverband ILO gefallen lassen müssen.

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