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01.05.2003

17:20 Uhr

Bereinigte Arbeitslosenzahl weiter gestiegen

Keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitsmarktexperten rechnen mit einem weiteren saisonbereinigten Anstieg der Arbeitslosenzahl in Deutschland im April. Unbereinigt könnte die Zahl aber durch die übliche Frühjahrsbelebung auf knapp unter 4,5 Mill. fallen.

Reuters BERLIN. Von der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch befragte Experten bei Banken gingen von einem saisonbereinigten Anstieg um 35 000 bis 46 000 Arbeitslose aus (März: plus 52 000). Die saisonbereinigte Quote wäre demnach auf 10,7 nach 10,6 % im März gestiegen. Die unbereinigte Zahl von 4,608 Mill. Arbeitslosen im März dürfte den Schätzungen zufolge jahreszeitlich bedingt um 100 000 bis 120 000 gefallen sein. Die Zahl läge damit knapp unter- oder oberhalb von 4,5 Millionen. Die "Bild"-Zeitung berichtete vorab aus ihrer Freitagausgabe, die unbereinigte Zahl der Erwerbslosen sei nach Einschätzung von Experten im April um 110 000 gefallen.

Im März hatten die schwache Konjunktur und der Irak-Krieg den üblichen Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt deutlich gebremst. Die Arbeitslosigkeit war für die Jahreszeit nur ungewöhnlich gering um rund 98 000 auf 4,608 Mill. zurück gegangen. Die amtlichen Zahlen für April gibt die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch kommender Woche in Nürnberg bekannt.

Mit einer Trendwende rechnen die Experten erst im nächsten Jahr. In der zweiten Jahreshälfte 2003 sei jedoch mit einem langsameren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Manuela Preuschl von der Deutschen Bank sagte: "Einen Stopp des Anstiegs erwarten wir für Herbst. Eine richtige Trendwende, so dass die Arbeitslosigkeit wirklich fällt, erwarten wir erst im nächsten Jahr." Ähnlich äußerte sich Andreas Scheuerle von der DekaBank, der mit einer Bodenbildung zum Ende des Jahres rechnete.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte die Prognose der Bundesregierung am Montag auf 4,5 Mill. Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2003 erhöht. "Das ist realistisch", sagte Peter Meister von der ING BHF-Bank. Dafür müsse sich aber die Erwartung erfüllen, dass die Anstiege der Arbeitslosigkeit in der zweiten Jahreshälfte wesentlich moderater ausfielen.

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