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03.03.2003

15:20 Uhr

Berlin eine Hochburg

Trend zur Schwarzarbeit ungebrochen

Der Trend zur Schwarzarbeit ist in Deutschland ungebrochen. Dabei bleibt Berlin eine Hochburg. Im vergangenen Jahr sind in der deutschen Hauptstadt illegale Beschäftigung und Leistungsmissbrauch erneut mit zweistelligen Zuwachsraten gestiegen.

dpa BERLIN/HANNOVER. Allein in Gaststätten ist nach wie vor jeder dritte Erwerbstätige illegal tätig. Auch auf dem Bau boomt die Schwarzarbeit, wie aus den am Montag in Berlin vorgelegten Angaben des Landesarbeitsamtes hervorgeht.

Illegale Beschäftigung bleibe ein ernstes Problem für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg, erklärte das Landesarbeitsamt. Immer häufiger führten Ermittlungen in einen Bereich, der "von Zügen der organisierten Kriminalität" geprägt sei. Im Jahr 2002 seien mit 30 600 etwa zehn Prozent mehr Verdachtsfälle aufgedeckt worden als im Vorjahr. Die verhängten Bußgelder seien um ein Drittel auf 20,5 Millionen Euro gestiegen.

Auch das Landesarbeitsamt Niedersachsen-Bremen beobachtete einen Trend zur Schwarzarbeit. Im Jahr 2002 seien für illegale Beschäftigung und Leistungsmissbrauch Geldbußen von insgesamt mehr als zehn (2001: rund sieben) Millionen Euro verhängt worden. In fast 10 000 Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

In den meisten Fällen hatten sich Empfänger von Sozialleistungen als Schwarzarbeiter verdingt. "Der Trend zu strafbarem Verhalten im Rahmen von Beschäftigung setzt sich leider fort", sagte eine Sprecherin des Landesarbeitsamtes.

Nach einer Untersuchung des Schwarzarbeit-Experten Prof. Friedrich Schneider wird die Schattenwirtschaft in diesem Jahr um sieben Prozent auf ein Rekordniveau von 380 Milliarden Euro steigen. Die Schattenwirtschaft sei mit Abstand der am stärksten boomende Wirtschaftszweig in Deutschland, hieß es in der im Dezember veröffentlichten Studie. Inzwischen mache Schattenwirtschaft 16,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Es könne davon ausgegangen werden, dass in Deutschland weit mehr als neun Millionen Beschäftigte zumindest teilweise in der Schattenwirtschaft tätig seien.

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