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06.03.2003

14:35 Uhr

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Berlin macht den Weg frei

Selbst alte Hasen wackelten mit den Ohren, als Finanzminister Eichel vorhin ein neues Finanzmarkt-Förderprogramm vorstellte.

Es ist richtungsweisend, ja spektakulär und bringt Ihnen, den Anlegern, wichtige Neuerungen. Auch Banken und Investmentfonds können sich die Hände reiben.

Auf einer hochkarätigen Diskussionsveranstaltung in der hiesigen Universität ging es ums Thema "Finanzplatz Frankfurt - Wege aus der Krise". Sehr rasch wurde aber deutlich, dass das Thema eigentlich nicht treffend formuliert war, denn der Finanzplatz hat zwar Probleme - übrigens: wie andere Finanzplätze im Ausland auch -, erlebt aber keine wirkliche Krise. Krisenhaft sind allerdings die Ertrags- und Strukturprobleme der Banken - und die sollten nicht nur jammern und nach dem Staat rufen, sondern erst einmal vor der eigenen Tür kehren! Kritisch sind auch die Verfassung der Eigen- und Fremdkapitalmärkte sowie der Wirtschaftlage insgesamt. Deshalb bleibt es bei den bekannten Forderungen, Berlin müsse vor allem steuer- und Arbeitsmarktpolitisch rasch handeln sowie die Riester-Rente entbürokratisieren.

In Sachen Finanzmarktförderung gab und gibt es jetzt aber neuen Beifall, denn Berlin macht den Weg frei für Fortschritte, die anderswo schon möglich sind. Sie sind Bestandteil des "Finanzmarktförderplans 2006", der in Form von Gesetzen und flexiblen Verordnungen Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Wichtige Elemente: Zwei neue Investmentgesetze sollen Anfang 2004 in Kraft treten und unter anderem Hedge-Fonds zulassen, Leerverkäufe ermöglichen, den Derivate-Einsatz verbessern, Fondskosten für Anleger transparenter machen und die steuerliche Diskriminierung ausländischer Fonds beseitigen. Weiterer Schwerpunkt: Kreditinstituten wird erleichtert, ihre Kreditforderungen zu bündeln und zu verbriefen - Stichwort: Asset-backed-Securities.

Es gibt also auch gute Nachrichten vom Finanzplatz. Machen Sie?s gut - bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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