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04.01.2001

17:24 Uhr

rtr LONDON. Der Medienkonzern Bertelsmann will nach Information aus Branchenkreisen das derzeitige Vorstandsmitglied Rolf Schmidt-Holtz zum neuen Chef seiner Musiksparte ernennen. Schmidt-Holtz solle künftig die Bertelsmann Music Group (BMG) leiten, hieß es am Donnerstag in den Kreisen. Der Gütersloher Konzern lehnte einen Kommentar dazu ab. Die Führungsposition war vakant geworden, nachdem der erst vor wenigen Wochen designierte BMG-Chef Rudi Gassner kurz vor Weihnachten überraschend gestorben war. Bertelsmann verhandelt derzeit mit dem britischen Musikunternehmen EMI über einen Zusammenschluss mit BMG.

Der 52-jährige Schmidt-Holtz war im vergangenen Jahr zum Chief Creative Officer der Bertelsmann AG ernannt worden. Im Vorstand ist er für den gesamten Bereich Inhalte verantwortlich. Der Jurist Schmidt-Holtz arbeitet seit 1988 kontinuierlich im Bertelsmann-Konzern, wo er zunächst Herausgeber des Magazins "Stern" der Verlagstochter Gruner+Jahr war. Er war später maßgeblich für die Fusion des Bertelsmann-Fernsehgeschäfts zum europäischen TV-Unternehmen CLT-Ufa verantwortlich, das inzwischen mit dem Fernsehgeschäft der britischen Pearson-Gruppe zur börsennotierten RTL Group verschmolzen ist.

"Schmidt-Holtz hat viel Erfahrungen bei Fusionen und würde auch das EMI-Management perfekt ergänzen", hieß es in den Kreisen. Es werde erwogen, dass Schmidt-Holtz und der EMI-Musikchef Ken Berry ein Fusionsunternehmen gemeinsam leiten könnten. Bertelsmann und EMI führen seit November offiziell Gespräche über einen Zusammenschluss. Mit einem Abschluss der Verhandlungen rechnet Bertelsmann nach den Worten von Konzern-Chef Thomas Middelhoff nicht vor Ende Januar.

Bertelsmann lehnte am Donnerstag einen Kommentar mit der Begründung ab, Rudi Gassner sei erst an diesem Tag beerdigt worden. Der 58-jährige Gassner war am 23. Dezember an einem Herzinfarkt gestorben. Er hätte den Posten als President und CEO von BMG Entertainment zum Jahresbeginn antreten sollen. Im Sommer hätte er auch Chairman werden sollen. Der langjährige Bertelsmann-Musikmanager hatte den Konzern Anfang 2000 verlassen und seitdem als unabhängiger Musikberater gearbeitet. Seine direkten Vorgänger bei BMG, Michael Dornemann und Strauss Zelnick, hatten das Unternehmen im Herbst verlassen.

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