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05.06.2000

17:24 Uhr

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Bertelsmann verkauft Mediaways an Telefónica

Der Netzwerkdienstleister Mediaways soll für rund 1,6 Mrd. $ an den spanischen Telekommunikationskonzern gehen...

dpa GÜTERSLOH. Die Bertelsmann AG verkauft den Internet- Netzwerkdienstleister Mediaways an den spanischen Telekom-Konzern Telefónica. Wie das Unternehmen am Montag in Gütersloh mitteilte, wolle man sich stärker auf das Geschäft mit den Medieninhalten konzentrieren. Der Verkaufspreis soll nach Brancheninformationen rund 1,6 Mrd. $ (rund 2,19 Mrd. DM) betragen. Er soll in Telefónica-Aktien gezahlt werden.

Mediaways war 1996 als Joint Venture zwischen Bertelsmann und Debis Systemhaus gegründet worden. Vor zwei Monaten erwarb Bertelsmann die Debis-Anteile für einen nicht genannten Betrag zurück. Mediaways will in diesem Geschäftsjahr (30. Juni) 350 Mill. DM umsetzen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben schnell nach Gründung die Gewinnzone erreicht. Mediaways ist vor allem im Geschäftskunden-Bereich tätig und betreibt eines der größten Internet-Protokoll-Netzwerke (IP) in Europa. Nach eigenen Angaben liegt Mediaways im Markt von Internet-Dienstleistungen und Network- Providing auf Platz zwei hinter der Deutschen Telekom.

Zwischen Bertelsmann und Telefónica bestehen seit jüngster Zeit engere Bande. Im Rahmen der Übernahme der US-Internetfirma Lycos durch die Telefónica-Tochter Terra war Bertelsmann involviert, weil die Gütersloher an Lycos Europe beteiligt waren. Ferner wurde mit der Terra-Lycos ein Abkommen geschlossen, das Bertelsmann zum bevorzugten Partner für die Internet-Inhalte macht. Schließlich soll Terra-Lycos gemeinsam mit Bertelsmann Online (BOL) auf dem südamerikanischen Markt das Geschäft mit dem elektronischen Handel zu erschließen.

Der Verkauf des Netzwerkunternehmens folgt der Politik des Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff, sich konsequent auf die digitale Vermarktung der Inhalte von Bertelsmann (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Musik, Fachliteratur, Film und Fernsehen) zu konzentrieren. Deshalb hatte sich das Unternehmen zuvor bereits von AOL Europa getrennt, das für rund 16 Mrd. DM an AOL verkauft wurde.

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