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16.01.2003

08:34 Uhr

Beschuldigte handelten über Konten von Freunden

Ex-Manager von Broker zahlen Millionenstrafe

VonKatharina Kort

An der Wall Street geht das juristsische Aufräumen weiter. Wie am Mittwoch bekannt wurde, müssender ehemalige Vorstandsvorsitzende des US-Online Datek Online Holdings Corp., -Brokerhauses Jeffrey Citron, und drei weitere Mitarbeiter insgesamt 70 Millionen Dollar Strafe zahlen. Ihnen wird vorgeworfen, das Handelssystem der US-Computerbörse Nasdaq für Kleinanleger benutzt zu haben, um sich selbst zu bereichern.

NEW YORK. Die Strafen - 22,5 Mill. Dollar für Citron und 29,2 Mill.$ für den ehemaligen Händler und Datek-Mitinhaber Sheldon Maschler - gehören zu den höchsten, die die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC je gegen eine Einzelperson verhängt hat. Außerdem dürfen die Betroffenen für den Rest ihres Lebens nicht mehr als Wertpapierhändler tätig sein.

Außer Datek wird auch das Brokerhaus Heartland Securities Corp., das 1998 das Daytrading-Geschäft von Datek übernommen hat, zur Rechenschaft gezogen. Es wird 7 Mill. Dollar Strafe zahlen müssen für seine Rolle in dem Betrug.

Datek gehörte zu den Pionieren im so genannten Online-Brokerage, dem Handel von Wertpapieren über Internet und PC. Der Anbieter hat sich während des Internet- und Aktien-Booms in den Neunziger Jahren zum Multi-Millionen-Unternehmen gemausert. Datek hat seinen Kunden schnellere Informationen und Abwicklung als viele seiner Konkurrenten geboten, so dass sie ohne große Verzögerungen Aktien kaufen und verkaufen konnten.

Die Strafe gegen die ehemaligen Datek-Manager und-Händler beendet eine jahrelange Untersuchung der SEC. Die Aufsicht hat dabei nachgewiesen, dass sich die Beschuldigten nachweislich bereichert haben, indem sie ein separates Handelssystem, dass die Nasdaq allein für Kleinanleger zur Verfügung gestellt haben, für sich selbst nutzten. Dafür haben sie Konten auf den Namen von Freunden und Verwandten eingerichtet, auf die sie dann mehrere Millionen Dollar überwiesen haben. Damit haben sie jedoch gegen ein Gesetz verstoßen, das es Maklern verbietet, für sich selbst über diese Plattformen zu handeln. Das Gesetz ist allerdings Mitte des Jahres 2001 geändert worden.

Die SEC macht keine genauen Angaben darüber, welchen Gewinn Citron und Co. durch ihre Transaktionen eingestrichen haben. Aber es soll sich um zweistellige Millionenbeträge handeln.

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