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24.01.2001

20:22 Uhr

Beschwerde gegen Post läuft

Fedex und UPS rufen Regierung zu Hilfe

Gemeinsam wollen die beiden größten Konkurrenten der Deutschen Post AG, Bonn, die Wachstumspläne des gelben Riesen in den USA durchkreuzen. Wie gestern bereits in einer Teilauflage berichtet, haben die US-Logistikfirmen United Parcel Service (UPS) und Federal Express Corp. (Fedex) beim US-Transportministerium Beschwerde gegen die Post eingelegt.

agr/HB DÜSSELDORF. Fedex und UPS werfen dem deutschen Konkurrenten vor, zusammen mit der von ihr beherrschten DHL International, Brüssel, die faktische Kontrolle über das US-Luftfrachtunternehmen DHL Airways auszuüben, an der DHL International eine Minderheitsbeteiligung hält. Hintergrund der Vorwürfe ist die geplante Umstrukturierung des US-Arms der DHL-Gruppe, berichtete das Wall Street Journal. DHL Airways soll in zwei Gesellschaften, eine Boden- und eine Fluggesellschaft aufgespalten werden. Damit könnte die Post beziehungsweise DHL International ihre Anteile aufstocken, ohne Gesetze zu verletzen. Ausländische Unternehmen dürfen höchstens 25 % an einer US-Fluggesellschaft halten. Fedex und UPS erkennen in diesem Vorgehen offenbar eine List und verlangen eine Überprüfung der Eigentümerstruktur.

Die Post weist den Verdacht zurück, dass sie gegen US-Gesetze verstoße. DHL International halte nur eine Beteiligung von 23 % an DHL Airways, sagte ein Post-Sprecher. Die Post wiederum sei mit knapp 51 % an DHL International beteiligt, die nur außerhalb der USA operiere. "Wir haben nicht vor, den Anteil an DHL Airways über das gesetzliche Maß hinaus zu erhöhen. Es wird auch in Zukunft so bleiben, dass wir die US-Gesetze beachten," hieß es. Das Unternehmen werde die Vorwürfe aber prüfen.

Es scheine sich dabei um einen weiteren Versuch der Konkurrenz zu handeln, der Post nicht im Wettbewerb, sondern juristisch entgegen zu treten. Es gehe den Konkurrenten offenbar nur darum, Wirbel zu veranstalten, so der Sprecher.

UPS beispielsweise beschäftigt die EU-Kommission bereits mit zahlreichen Beschwerden gegen die Deutsche Post. Dabei geht es in erster Linie um den Vorwurf der Quersubvention des Paketdienstes mit Geldern aus dem staatlich geschützten Briefgeschäft.

Die Deutsche Post hat Anfang 2001 ihre Beteiligung an DHL International für 749 Mill. $ auf knapp 51 % verdoppelt. Post-Chef Klaus Zumwinkel will die Beteiligung weiter aufstocken. Mit 6 % ist noch Japan Airlines (JAL) im Boot. Weitere 18 % halten institutionelle und private Investoren. Partner der Post ist die Lufthansa mit einer Beteiligung von einem Viertel.

DHL International gilt als Juwel der Logistikbranche. Das Unternehmen erreicht einen Umsatz von 4 Mrd. Euro und erzielt nach Schätzungen eine Rendite von 5 bis 7 %. Im Zuge des Einstiegs der Post bei DHL International ist DHL-Chef Patrick Lupo in die USA gewechselt, um sich dort um die Integration des operativen Geschäfts der beiden Firmen zu kümmern.

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