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21.01.2003

09:55 Uhr

Bester Schutz für 2 000 hochrangige Gäste

Davos als Hochsicherheitsareal

Unter noch nie da gewesenen Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Donnerstagabend das 33. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos im Schweizer Bergkanton Graubünden.

Reuters ZÜRICH. Für die Veranstaltung mit dem Generalthema "Vertrauen schaffen" werden etwa 2 000 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik wie US-Außenminister Colin Powell und der neue brasilianische Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva in Davos erwartet.

Neben hochrangigen Managern und Politikern werden bei dem Treffen vom 23. bis zum 28. Januar auch Globalisierungsgegner und Friedensdemonstranten in der Stadt erwartet. Für Samstag ist mit Zustimmung der Behörden eine Demonstration geplant, zu der Tausende von Teilnehmern erwartet werden. Um gewaltbereite Demonstranten frühzeitig herausfiltern zu können, wird ein Netz von Kontrollstationen an den Zufahrtswegen eingerichtet. An den Landesgrenzen werden die Kontrollen verschärft.

Daneben wurden Vorkehrungen gegen Anschläge politischer Extremisten getroffen. So wird für die Dauer des WEF eine vom Militär überwachte Flugverbotszone über Graubünden eingerichtet. Unbefugt eindringende Flugzeuge dürfen notfalls abgeschossen werden. Auch die österreichische Luftwaffe wird vermehrt Patrouillen fliegen. Rund 300 Berufssoldaten und mehr als 1 000 Wehrpflichtige sollen die aus der ganzen Schweiz zusammengezogenen Polizeikräfte unterstützen. Insgesamt werden fast 15 Mill. Franken (etwa zehn Mill. Euro) für die Sicherheit der Gäste ausgegeben. Das ist knapp doppelt so viel wie für das Forum vor zwei Jahren. Im Jahr 2002 hatte das Forum aus Sicherheitsgründen und auch wegen der Anschläge vom 11. September 2001 in New York stattgefunden.

Inzwischen mehren sich die Stimmen unter den Bürgern von Davos, die die Absperrungen und Sicherheitsmaßnahmen während des WEF für nicht mehr zumutbar halten. Für das dem örtlichen Gewerbe, vor allem für die Nobelhotels, bringt das Forum jedoch auch Spitzenumsätze.

Die Veranstalter des WEF um den Gründer Klaus Schwab haben schon im Vorfeld versucht, den Globalisierungsgegners Wind aus den Segeln zu nehmen. WEF-Workshops gehen der Frage nach, ob die Globalisierung und die Politik des Weltwährungsfonds immer die richtigen Rezepte für Länder der Dritten Welt bereit hatten und haben. Globalisierungskritisch eingeschätzte Organisationen sind zu einem so genannten Open Forum geladen, das den Kritikern eine Platform bilden soll. Dort soll unter anderem Daniel Vasella, der Chef der Pharmakonzerns Novartis, sprechen. In einem Interview des Schweizer Magazins "Weltwoche" bezeichnete sich Schwab "als einer der ersten Globalisierungsgegner überhaupt". Er habe schon früh darauf hingewiesen, dass die Globalisierung ohne soziale, kulturelle und umweltschützerische Komponenten langfristig nicht weitergehen könne.

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