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02.05.2003

15:15 Uhr

Bestzeit im neuen Ferrari

Schumacher schlägt Silberpfeile

Michael Schumacher und sein "roter Hai" haben die silberne Konkurrenz gleich bei der Premiere das Fürchten gelehrt. Im brandneuen F2003-GA schlug der Formel-1-Weltmeister die Silberpfeile beim Auftakt zum Grand-Prix-Wochenende in Barcelona deutlich, während McLaren-Mercedes am Freitag im ersten Einzelzeitfahren zum Großen Preis von Spanien hinter einigen Überraschungs-Teams im Mittelfeld landete.

Michael Schumacher betrachtet sein neues Arbeitsgerät in der Box beim Großen Preis von Spanien. Foto: dpa

Michael Schumacher betrachtet sein neues Arbeitsgerät in der Box beim Großen Preis von Spanien. Foto: dpa

HB/dpa BARCELONA. Über 7/10 Sekunden nahm Schumacher dem WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen ab. "Natürlich bin ich zufrieden mit dem Auto. Wir haben es lange herbei gesehnt. Jetzt ist es da", sagte Schumacher zum ersten Auftritt des neuen Wagens vor Rennpublikum und grüßte die Zuschauer mit freundlichen "Kusshänden".

Der Kerpener will nach dem ersten Saisonsieg vor zwei Wochen in Imola zur Aufholjagd im Titelrennen starten - vorerst hat der WM- Dritte 14 Punkte Rückstand auf Räikkönen. "Ich denke, wir wollen jetzt die ganzen Lorbeeren ernten, die wir an Arbeit ins Auto gesteckt haben", meinte Schumacher.

So lange wie nie zuvor hatte er auf seinen neuen Ferrari warten müssen. Dafür war das mit Spannung erwartete Debüt des diesjährigen Dienstfahrzeugs umso besser. Der Kerpener erzielte auf dem 4,730 km langen Circuit de Catalunya in 1:17,130 Minuten Bestzeit vor dem italienischen Renault-Piloten Jarno Trulli. Der Brasilianer Rubens Barrichello hatte als Dritter 0,088 Sekunden Rückstand auf seinen Ferrari-Kollegen. Der Finne Räikkönen (1:17,862) kam auf Platz acht vor seinem schottischen McLaren-Mercedes-Kollegen David Coulthard (1:18,060). "Kimi und David waren heute als Erste draußen und so die Straßenfeger", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Die Strecke war noch schmutzig vom vorherigen Tourenwagen-Training. Morgen und am Sonntag sollte es deutlich besser sein."

Vor den "Silbernen" landeten einige Außenseiter wie die Toyota - Fahrer Cristiano da Matta (4.) und Olivier Panis (6.) oder BAR-Pilot Jenson Button (5.). "Je später die Autos rausgingen, desto besser wurde die Strecke. Ich möchte die Leistung der Toyota-Fahrer nicht schmälern. Aber unser Auto ist besser, als die Zeiten aussagen", meinte auch Schumacher.

Für die anderen deutschen Piloten verlief der Auftakt zum fünften Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) enttäuschend. Ralf Schumacher (1:18,409) hatte 1,279 Sekunden Rückstand auf seinen Bruder und landete auf Rang elf. "Das ist nicht zufrieden stellend, ich musste mit der Balance des Autos kämpfen und habe einige Fehler gemacht", erklärte der BMW-Williams-Fahrer. Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) belegte mit 1,779 Sekunden Rückstand auf die Spitze Platz 16 vor seinem Sauber-Kollegen Nick Heidfeld. Entscheidend für die Startaufstellung im Rennen ist nur die Qualifikation am Samstag.

Schumacher rangiert in der WM-Wertung mit 18 Punkten auf Platz drei hinter den beiden Silberpfeil-Piloten Räikkönen (32) und Coulthard (19). Der Weltmeister muss in den nächsten Rennen einen womöglich entscheidenden Vorteil nutzen. Während er sein neues Auto endlich zur Verfügung hat, bringt McLaren-Mercedes den diesjährigen Silberpfeil voraussichtlich erst Mitte Juni. "Von der Papierform her ist Ferrari in den nächsten vier Rennen Favorit", sagte Haug.

Am Vormittag hatte es Michael Schumacher im freien Training, als sein Bruder Schnellster war, mit der 15. Zeit noch ruhig angehen lassen. Am Nachmittag drehte er auf, und am Abend erwartete den Weltmeister zum Abschluss eines gelungenen Arbeitstages noch eine Auszeichnung: Schumacher wurde in die "Champions Avenue" an der Rennstrecke aufgenommen und erhielt eine Ehrentafel.

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