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02.04.2003

15:05 Uhr

Betriebsergebnis erhöht

Mobilkom bekräftigt Expansionsabsichten

Die Mobilkom Austria hat am Mittwoch ihre Expansionsabsichten in Südosteuropa bekräftigt. "Unser strategisches Zielgebiet ist das gleiche. Wir sind auch für die Expansion bereit", sagte Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic. "Wir warten auf eine gute Gelegenheit", fügte er hinzu.

Reuters WIEN. Die Mobilfunktochter der Telekom Austria hat im Jahr 2002 bei Kunden, Umsatz und im Ergebnis kräftig zugelegt. Bei einem Konzernumsatz von 1,91 (1,71) Mrd. ? wurde das Betriebsergebnis vor Abschreibung und Amortisation (Ebitda) auf 660,9 (571,3) Mill. ? erhöht. Das Betriebsergebnis nannte Nemsic mit 392,1 (303,5) Mill. ?.

Die Mobilkom mit ihren Marken "A1" in Österreich, "VIPNet" in Kroatien und "SI.Mobil" in Slowenien trägt mit ihrem Ergebnis wesentlich zu dem der TA bei. Alle Töchter haben im Umsatz und im Ergebnis zugelegt, erklärte Nemsic.

Im derzeitigen Operationsgebiet eröffne sich für Mobilkom nur in Kroatien und in Slowenien größeres Wachstum. Neben der weiteren Marktbearbeitung in beiden Ländern will Mobilkom aber in der Region expandieren. Intensiv nehme man der Diskussion um die dritte GSM-Lizenz (Global System for Mobile Communication) in Bosnien-Herzegowina teil und sei daran interessiert, in den Markt einzutreten, sagte Nemsic. Der Zeitpunkt dafür sei aber offen.

Interesse bekundete Nemsic einmal mehr für den serbischen Markt. Die politische Lage nach dem Mord an Ministerpräsident Zoran Djindjic bedeute vermutlich eine gewisse Verzögerung. Im Grundsatz würde es aber auch dort zu Privatisierungen und zu Chancen für den Markteintritt, in welcher Form auch immer, kommen.

Keine genauen Aussagen wollte Nemsic zur bulgarischen Mobiltel, dem größten Mobilfunkbetreiber Bulagriens, machen. "Ich kann kyrillisch lesen", sagte Nemsic. Der Markt mit einer Durchdringung von 29 % biete Wachstum, Mobiltel sei eine hervorragende Firma, sagte Nemsic. "Das heißt nicht, dass wir aktiv sind", sagte er. TA-Chef Heinz Sundt hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gebe keine Verhandlungen mit den Eigentümern, "grundsätzlich" habe die TA aber Interesse.

Die Mobiltel steht im Eigentum einer österreichischen Gruppe rund um den Industriellen Josef Taus. Die Gruppe sei bereit, zu verkaufen, war in Medien wiederholt kolportiert worden.

Die Mobilkom weist für 2002 in Österreich einen Umsatz von 1,54 (1,44) Mrd. ? und ein Ebitda von 545,2 (509,4) Mill. ? aus. In Österreich habe man den Marktanteil auf 44,4 (42,9) Prozent steigern können. Drei Mill. Kunden telefonieren mit "A1", was einem Kundenzuwachs von 5,3 % gegenüber 2001 bedeute, sagte Ametsreiter.

Die Marktanteilsgewinne erklärten sich aber hauptsächlich aus Wechselkunden, weil mit einer Sättigung von 83,3 % der Plafonds nahezu erreicht sei.

Diese Marktstellung wolle man behaupten, wenn nicht sogar ausbauen, sagte Nemsic. Das Umfeld sei sehr kompetitiv, weil Mitbewerber aggressiv über den Preis verkaufen würden. Seine Erwartungen in Bezug auf Umsatz und Ertrag wollte er aber nicht präzisieren. Die mit Vodafone geschlossene Partnerschaft wolle man weiter ausbauen. Erst am 24. März haben Mobilkom und Vodafone mit "EuroCall" ein gemeinsames Produkt auf den Markt gebracht.

Sicher ist, dass nach Investitionen von 72 Mill. ? in den beiden Vorjahren heuer ein dreistelliger Millionen-Betrag in den Ausbau des österreichischen UMTS-Netzes (Universal Mobil Telecommunication System) gehen soll. Für Mobilkom bedeute dies eine Verbesserung des Netzwerkes.

Zwar habe Mobilkom den kommerziellen Betrieb der dritten Generation des Mobilfunkes bereits gestartet, noch fehle aber die Massennutzung, weil Endgeräte in ausreichender Zahl nicht zur Verfügung stehen. A1 arbeite derweil an Angeboten für den Inhalt, den sie ihren Kunden anzubieten gedenke.

VIPNet habe im Jahr 2002 den Umsatz um 31,4 % auf 303,5 Mill. ? gesteigert. Das Ebitda wurde mit 114,8 (79,2) Mill. ? angegeben. In Kroatien habe VIPNet 1,1 (0,855) Mill. Kunden und einen Marktanteil von 48,8 %. Die Marktpenetration liegt laut Ametsreiter bei 51 %, biete also Raum für Wachstum.

Saturierter sei der slowenische Markt. Für SI.Mobil gab Nemsic einen Marktanteil von 24 % an. Mit 350 000 (269 600) Kunden habe man eine "signifikante Marktstellung" erreicht. Der Umsatz sei auf 79,2 (53,5) Mill. ? gestiegen, das Ebitda hat dabei auf 1,9 (minus 19,1) Mill. ? ins Plus gedreht. SI.Mobil interessiere sich nach wie vor für eine UMTS-Lizenz, man warte auf eine neue Auktion.

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