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17.03.2003

08:01 Uhr

Betriebsgewinn gesteigert

RWE will Schuldenabbau vorantreiben

Der Energiekonzern RWE will auch unter seinem neuen Chef Harry Roels den Schuldenabbau vorantreiben und die Strategie der Integration und Konsolidierung fortsetzen. Im Geschäftsjahr 2003 rechnet Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern aber mit einem drastischen Rückgang des Nettogewinns. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte RWE sein Betriebsergebnis, musste aber beim Nettogewinn Einbußen hinnehmen.

Reuters ESSEN. Die Schulden, die nach bisherigen Plänen bis Ende 2003 um zwei Mrd. ? auf 24 Mrd. ? sinken sollen, sollen bis Ende 2005 um weitere zwei Mrd. ? zurückgehen, teilte RWE am Montag im Vorfeld seiner Bilanzpressekonferenz in Essen mit, die erstmals vom neuen Vorstandschef Roels geleitet werden wird. Roels bezeichnete den Abbau der Nettofinanzschulden in seinem vorab verteilten Redetext als "prioritäre Aufgabe für 2003 und darüber hinaus".

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet RWE den Angaben zufolge mit Einbußen beim Nettogewinn zwischen 25 und 30 %. Wie schon im abgelaufenen Jahr 2002 begründet der Konzern den Rückgang mit Finanzierungskosten und Firmenwertabschreibungen bei den neuen Tochtergesellschaften. RWE hatte 2002 unter anderem den britischen Versorger Innogy und die tschechische Ferngasgesellschaft Transgas übernommen. Das Betriebsergebnis soll aber 2003 erneut zweistellig wachsen, vor allem durch die Kerngeschäfte Strom, Gas und Wasser, hieß es.

Das Betriebsergebnis war im abgelaufenen Jahr um 15 % auf 4,5 Mrd. ? gestiegen. Einer Reuters-Umfrage zufolge hatten die Analysten im Durchschnitt einen Betriebsgewinn von 4,4 Mrd. ? prognostiziert. Der Umsatz verringerte sich 2002 um 7,4 % auf 46,6 Mrd. ?. Der Nettogewinn schrumpfte um 22 % auf 1,05 Mrd. ?.

Analysten zeigten sich von den jüngsten RWE-Zahlen nicht überrascht. Positiv wurde aber die Konkretisierung des zu erwarteten Rückgangs beim Nettogewinn in 2003 gewertet. Bislang hatte es nur geheißen, der Nettogewinn werde zurückgehen.

An der Börse verloren RWE-Aktien in einem insgesamt schwachen Marktumfeld 2,3 % auf 18,95 ?.

Stromgeschäft stärkste Ergebnissäule

Das Stromgeschäft hat seine Rolle als stärkster Ergebnisträger im Konzern gefestigt. Mit rund 2,8 Mrd. ? entfielen 61 % des Betriebsergebnisses auf dieses Geschäftsfeld. Die erstmalige Einbeziehung von Innogy steuerte den Angaben zufolge 379 Mill. ? bei. Ohne den neuen britischen Versorger hätte das Betriebsergebnis immer noch ein Plus von 32 % erreicht, hieß es.

Deutliche Zuwächse erzielte auch das Geschäftsfeld Gas, dessen Betriebsergebnis um rund 27 % auf 885 Mill. ? zunahm. Transgas hatte hieran einen Anteil von 179 Mill. ?. In seiner Wassersparte erzielte RWE unter anderem dank Zukäufen in Chile und Spanien einen elfprozentigen Gewinnzuwachs auf knapp eine Milliarde Euro. Dagegen brach der Gewinn in der Sparte Entsorgung/Umwelt um ein Drittel auf 98 Mill. ? ein. RWE begründet dies mit der durch die schwachen Konjunktur verursachten rückläufigen Abfallmengen und einem weiter verschärften Wettbewerb auf dem deutschen Abfallmarkt.

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