Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.03.2003

16:40 Uhr

Betriebsgewinn steigt deutlich

Eon will milliardenschwere Zukäufe verdauen

Der Energieriese Eon will nach einer beispiellosen Einkaufstour seine milliardenschweren Zukäufe erst einmal verdauen. "Weitere Großprojekte stehen aktuell nicht an", sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf.

Ulrich Hartmann hat Grund zur Freude. Foto: dpa

Ulrich Hartmann hat Grund zur Freude. Foto: dpa

HB/dpa DÜSSELDORF. In kurzer Zeit habe Eon mit Ruhrgas und dem britischen Stromkonzern Powergen zwei große Akquisitionen realisiert. Jetzt will der größte europäische Energiekonzern die Potenziale von Powergen und Ruhrgas ausschöpfen. Für die Übernahmen beider Unternehmen blätterte Eon rund 25 Mrd. ? auf den Tisch.

Auf seiner letzten Bilanzpressekonferenz als Eon-Chef nannte Hartmann das Jahr 2002 als Richtung weisend für den Konzern. "Mit der Freigabe für den Erwerb von Ruhrgas haben wir in unserem Kerngeschäft einen Quantensprung vollzogen", unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Die Übernahme sei ein Eckpfeiler der Unternehmensstrategie gewesen. Hartmann wird mit Ablauf der Hauptversammlung Ende April aus der Führungsmannschaft ausscheiden und in den Aufsichtsrat wechseln. Zu seinem Nachfolger hatte das Eon-Kontrollgremium bereits im vergangenen Jahr den früheren Stinnes-Chef Wulf Bernotat ernannt.

Nach den gelungenen Übernahmen und der Ausrichtung des früheren Konglomerats auf die Kernsparten Strom und Gas hat nicht nur der scheidende Vorstandschef allen Grund zur Freude. Auch die Aktionäre dürfen jubeln: Steigende Gewinne schlagen sich für sie in einer höheren Dividende nieder. Aufsichtsrat und Vorstand verständigten sich darauf, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2002 eine Anhebung des Ausschüttungsbetrags um 0,15 ? auf 1,75 ? vorzuschlagen.

Bei einem fast unveränderten Umsatz von 37 Mrd. ? kletterte das Betriebsergebnis im vergangenen Geschäftsjahr um 23 % auf die Rekordmarke von 3,9 Mrd. ?. Dabei gelang es Eon, hohe Sonderbelastungen aus Wertberichtigungen unter anderem der Firmenwerte von Powergen und auf Aktien der HypoVereinsbank durch Verkäufe von Beteiligungen (Schmalbach-Lubeca) abzufedern. So verbesserte sich der Konzerngewinn noch um 8 % auf 2,8 Mrd. ?. Durch weiterhin hohe Veräußerungsgewinne, die deutlich über 1 Milliarde Euro liegen sollen, rechnet der Vorstand 2003 mit einem weiteren Anstieg des Konzernüberschusses.

Tragende Säule im Eon-Konzern, der gegenwärtig rund 107 000 Menschen im In- und Ausland beschäftigt, ist und bleibt die Stromsparte. So kletterte das Betriebsergebnis der Tochterfirma Eon Energie unter anderem durch eine operative Verbesserung des inländischen Stromgeschäfts und der erstmals ganzjährigen Einbeziehung von Sydkraft und Hein Gas um 28 % auf 2,9 Mrd. ?. Auch Preiserhöhungen haben hierzu beigetragen. Im laufenden Jahr seien die Chancen für weitere Preisaufschläge allerdings nicht besonders groß, betonte Hartmann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×