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18.01.2001

14:24 Uhr

dpa ARMONK. Der Computerhersteller IBM will in den USA aus mehr als 600 einzelnen Computern und mit Hilfe des freien Betriebssystems Linux einen der stärksten Großrechner der Welt bauen. Der so genannte Cluster, in dem sich viele Prozessoren und Computer die Aufgaben eines Großrechners teilen, soll im Supercomputer-Zentrum der Universität von Illinois in Urbana-Champaign aufgebaut werden, teilte IBM am Donnerstag mit. Forscher sollen mit seiner Hilfe beispielsweise Gravitationswellen aus der einsteinschen Relativitätstheorie berechnen können.

Der Cluster soll nach Angaben von IBM eine Rechenleistung von zwei Teraflops (Billionen Fließkommaoperationen pro Sekunde) erreichen. Das entspricht 2 000 Milliarden Rechenoperationen in einer Sekunde. Mit dieser Leistung würde das System nach der von den Universitäten Mannheim und Tennessee herausgegebenen Top-500-Liste unter den fünf weltweit schnellsten Super-Computern der Welt rangieren. Der schnellste darin aufgeführte Computer mit dem Namen ASCI White stammt ebenfalls von IBM und leistet knapp fünf Teraflops. Der Cluster soll in einer ersten Phase bis Februar aus IBM-Server-Computern aufgebaut werden, in denen Pentium-III-Prozessoren enthalten sind. Im Sommer sollen leistungsfähigere Itanium-Prozessoren von Intel hinzukommen.

Bislang werden Supercomputer meist aus speziellen Prozessoren und Einzelteilen zu einem kompletten, sehr teuren Rechner zusammengebaut. In jüngster Zeit versuchen immer mehr Wissenschaftler, die gleiche Rechenleistungen mit sehr vielen, dafür aber weitgehend standardisierten Computern und Prozessoren zu erzielen, die in einem Netzwerk zusammengeschlossen sind. Solche Cluster könnten dann mit wachsendem Bedarf flexibel ausgebaut werden. Das Betriebssystem Linux, das derzeit als Konkurrenz zu Microsofts Windows und kommerziellen Unix-Systemen Erfolge feiert, spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Es ist frei erhältlich und kann als offener Programmcode ("Open Source") nach den Wünschen der Forscher angepasst werden.

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