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18.02.2002

13:52 Uhr

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Bewegende Trauerfeier für ermordetes Mädchen

1000 Verwandte, Freunde, Klassenkameraden und Nachbarn nahmen Abschied von der 12-jährigen Vanessa, die in ihrem Kinderzimmer erstochen wurde.

dpa GERSTHOFEN. Die vor knapp einer Woche ermordete 12-jährige Vanessa aus Gersthofen bei Augsburg (Bayern) ist am Montag in einer bewegenden Trauerzeremonie beigesetzt worden. Mehr als 1000 Verwandte, Freunde, Klassenkameraden und Nachbarn drängten sich in der katholischen Pfarrkirche "Maria Königin des Friedens", um von der Realschülerin Abschied zu nehmen. Zum Schutz vor Schaulustigen riegelten Polizei und Feuerwehr den Bereich um die Kirche und den Friedhof ab. Die Zwölfjährige war in der Nacht zum Faschingsdienstag in ihrem Kinderzimmer erstochen worden, während ihre Eltern auf einem Ball waren. Von dem Täter fehlt noch immer jede Spur.

Die Kirche war voll besetzt. Der Gersthofener Bürgermeister Siegfried Deffner (CSU) sprach Vanessas Eltern und dem zehn Jahre alten Bruder seine Anteilnahme aus. "Sie sind in diesen schweren Tagen nicht alleine, die Einwohner von Gersthofen stehen an ihrer Seite", sagte er in einer Trauerrede. "Es ist eine der Stärken unserer kleinen und überschaubaren Stadt, dass wir angesichts dieses unfassbaren Verbrechens gemeinsam so fassungslos und erschüttert sind." In einer langen Prozession begleiteten die Trauernden Vanessas blumengeschmückten Sarg auf den Friedhof. Mitschüler brachten Rosen mit, die sie auf den Sarg warfen. Zahlreiche Kränze, Blumen, Briefe und ein Stofftier schmückten das Grab.

Die Polizei rätselt unterdessen weiter über den Täter und den Hergang der Bluttat. Auch unter mehr als 100 Hinweisen aus der Bevölkerung konnten die Beamten keine heiße Spur entdecken. "Es ist ein Puzzlespiel, bei dem wir versuchen, aus Kleinigkeiten ein festes Bild zu bekommen", sagte Polizeisprecher Peter Huber. 15 Verwandte und Bekannte hätten außerdem freiwillig Speichelproben abgegeben, um sie über eine DNA-Analyse als Täter auszuschließen.

Aufschlüsse erhoffen sich die Ermittler unter anderem von einem Täterprofil, das Spezialisten derzeit erstellen. Auch mit Aussagen von Nachbarn werde versucht, den Täter einzukreisen und festzustellen, mit wem das Mädchen Kontakt gehabt habe, sagte Huber. Die Polizei sucht deshalb auch immer noch nach zwei Mädchen, die sich Ende Januar bei einem Kinderfasching in Gersthofen mit Vanessa unterhalten haben.

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